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Klapphocker, Plio, 1948
Jacob Müller
Klapphocker, Plio
Jacob Müller,

Klapphocker, Plio,
1948

Jacob Müller
*2012
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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Plio Jacob Müller Klapphocker
  • Plio Jacob Müller Klapphocker
  • Plio Jacob Müller Klapphocker
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Das Möbelprogramm Plio reagierte auf die Bedürfnisse der Nachkriegszeit. Der innovative Gestalter Jacob Müller (1905–1998) verwendete für den Klappmechanismus Flugzeugsperrholz, wodurch die Möbel leicht sind und eine moderne Anmutung haben.

Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs schloss sich eine Reihe von selbständigen Schreinermeistern aus der Ostschweiz zur Werkgenossenschaft Wohnhilfe zusammen. Aus den zunächst erhofften Aufträgen der Flüchtlingshilfe wurde nichts; dann konnte die Genossenschaft aber alle Schlafräume, Stuben und Klassenzimmer des Kinderdorfs Pestalozzi in Trogen einrichten. Die Initiative war vom weitgereisten Schreiner und Werklehrer Jacob Müller ausgegangen, der auch alle Entwürfe für das massive Naturholzmobiliar lieferte. Um 1947 analysierte Müller die inzwischen «veränderten Lebensbedürfnisse des modernen Menschen» und propagierte nun ultraleichte Möbel, «die wirklich mobil sind» – robust und leicht genug für die Verwendung im Freien und doch so ansprechend, «dass sie innerhalb des Hauses nicht als Fremdkörper wirken, nicht den Eindruck des Provisorischen und Primitiven machen». Unter den Prämissen des sparsamsten Materialeinsatzes und einfachster Bearbeitungsprozesse kam er zu seinem ikonischen Plio-Programm. Die bloss 7,8 Kilogramm schwere Grundgarnitur besteht aus einem Tisch und zwei Stühlen, die sich zusammenklappen und miteinander verschränkt «an den Strand, ins Camp, ins Ferienhaus» mitnehmen lassen. Der kleine Plio-Klappsitz findet sogar in der Aktentasche Platz. Die Fusspaare aller Modelle – auch des Stuhls und der Bank – sind als zweiarmige Hebel ausgebildet, die in die Lochungen einer dünnen Flugzeugsperrholzplatte einschnappen und so eine steife Dreieckverbindung bilden. (Arthur Rüegg)

Klapphocker, Plio, 1948
Entwurf: Jacob Müller
Herstellung: Aermo-Möbel GmbH, Zürich, CH
Material/Technik: Tanne massiv, Sperrholz (Sitz)
36 × 45 × 33 cm
Donation: Barbara Dänzer
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), 100 Jahre Schweizer Design, Zürich 2014, S. 155.

Jacob Müller, Neue Gebrauchsgeräte für Haus, Garten und Reise, Broschüre, o. O. um 1949.

Biografieo
Jacob Müller
Jacob Müller
*1905 in Zürich
†1998 in Ronco

Nach einer Schreinerlehre 1921–1924 besuchte Jacob Müller zunächst Wilhelm Kienzles Innenausbau-Unterricht an der Zürcher Kunstgewerbeschule. 1927 wurde er Zeuge des Baus und der Kontroverse um die Stuttgarter Weissenhofsiedlung und distanzierte sich in der Folge bald vom Neuen Bauen. Ab 1928 betätigte Müller sich selbst als Architekt und lernte im selben Jahr Paul Bay, den Assistenten Rudolf Steiners kennen, der ihn mit der Technologie des Massivholzmöbelbaus vertraut machte. 1933 gründete er mit dem Bau seines eigenen Werkstatt- und Wohnhauses in Zürich seine Bauwerkstatt, kehrte aber als Folge der Wirtschaftskrise bald darauf zum Möbelbau zurück. Zunächst entwickelte er Kindermöbel aus Massivholz, später folgten Einzelmöbel und Innenausbauten für Privatkunden. 1939 nahm Jacob Müller an der Landesausstellung in Zürich teil und richtete eine Gartenhalle und einen Wohnraum für eine kinderreiche Familie ein. Die  Möbelprogramme für Heime und Notwohnungen, die er 1944 entwickelte, waren von genialer Einfachheit und liessen sich in Arbeitsteilung durch kleine Handwerksbetriebe seriell herstellen. 1946 rief Müller in St. Gallen die Werkgenossenschaft Wohnhilfe ins Leben. Die ersten Wohnhilfe-Möbel stellen bereits Musterbeispiele für Müllers Schaffen dar: einfach konstruierte, aus hellem Massivholz gefertigte Möbel, die durch sparsame Verwendung des Materials charakterisiert sind. Sie liessen sich zerlegen und konnte dann vom Kunden selbst zusammengebaut werden. 1948 folgte die Entwicklung und Patentanmeldung des Leichtmöbelprogramms Plio für Haus, Garten und Reise. Vielseitig, beweglich, robust, leicht und praktisch sollte dieses Klappmöbelprogramm nach Müllers Zielsetzung sein. Gleichzeitig sollten die Möbel in produktionstechnischer Hinsicht wirtschaftliche Bedürfnisse erfüllen, beispielsweise der Holzknappheit Rechnung tragen. Dem Designpionier Müller gelang es damit, innerhalb seines Werks und seiner Zeit ein ausgesprochen modernes Möbel zu schaffen. 1957 begann Jacob Müller mit seiner publizistische Tätigkeit, nach seiner Übersiedlung 1964 ins Tessin war er rege als Architekt tätig. (Andrea Eschbach)

Quelle:

Arthur Rüegg (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel/Boston/Berlin 2002.
Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), Jacob Müller. Handwerk, Technologie und Experiment, Reihe Schweizer Design-Pioniere 5, Zürich 1988.

Porträt Jacob Müller
Abbildung: sachenmachen.ch / Fotografie: unbekannt

Legendeno

Klapphocker, Plio, 1948, Entwurf: Jacob Müller, Donation: Barbara Dänzer
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Möbelprogramm, Plio, 1948, Entwurf: Jacob Müller
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Möbelprogramm, Plio, 1948, Entwurf: Jacob Müller
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Konstruktionsplan, Jakob Müller Plio-Bock, 1949
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK