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Plakat, Die Familie Schroffenstein von Heinrich von Kleist – Schauspielhaus Zürich, 2003
Lex Trüb
Plakat, Die Familie Schroffenstein von Heinrich von Kleist – Schauspielhaus Zürich
Lex Trüb,

Plakat, Die Familie Schroffenstein von Heinrich von Kleist – Schauspielhaus Zürich,
2003

Lex Trüb
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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Die Familie Schroffenstein von Heinrich von Kleist – Schauspielhaus Zürich Lex Trüb Plakat
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Das Bild irritiert und fasziniert zugleich: Nicht unmittelbar erkennbar, identifiziert man doch bald einen überdimensionalen losen Finger, der in der Landschaft sein Blut verströmt. Durch seinen hohen Abstraktionsgrad hat das Bild aber auch eine betörende Ästhetik und wirkt eher als Kunst im öffentlichen Raum denn als Werbeplakat.

Die Ära von Christoph Marthaler (geb. 1951) am Zürcher Schauspielhaus ist in die Geschichte eingegangen. Der künstlerische Direktor der Jahre 2000 bis 2004 spaltete das Publikum, Begeisterung und Ablehnung trafen ihn gleichermassen. Und ebenso wie er auf der Bühne Neues wagte, suchte er auch nach einer innovativen visuellen Kommunikation. Lex Trüb (geb. 1971) gelang es während dieser vier Jahre, eine eigenständige grafische Sprache zu entwickeln, welche die Theaterproduktionen inhaltlich erweiterte. Zunächst gemeinsam mit Cornel Windlin (geb. 1964), später auch in wechselnden Konstellationen entstanden, erfanden seine Plakate, Saisonvorschauen und Programmhefte das Medium immer wieder neu. Für Kleists Die Familie Schroffenstein entwarf Trüb ein Plakat, welches das Drama der zerrissenen Familie und der dadurch unmöglichen Liebe zwischen Angehörigen der beiden Zweige auf ein einziges Bild reduziert. Es ist der kleine Finger des vermeintlich ermordeten und verstümmelten Sohns der einen Familie, der, wie sich später erweist, selbst zu Tode kam. Durch seine isolierte und überdimensionale Darstellung wirkt der Finger verfremdet und verstörend. Das ausströmende Blut geht in den Bildrahmen sprengende Flecken über, die farblich und formal an Tarnkleidung erinnern. Täuschung und Tarnung als Kern des familiären Konflikts werden so anschaulich ins Bild gesetzt. Alle Textinformationen konzentrieren sich in der linken oberen Ecke und überlassen so dem abgetrennten Finger die gesamte Bühne.

(Bettina Richter)

Plakat, Die Familie Schroffenstein von Heinrich von Kleist – Schauspielhaus Zürich, 2003
Erscheinungsland: Schweiz
Gestaltung: Lex Trüb
Auftrag: Schauspielhaus Zürich AG, CH
Material/Technik: Siebdruck
128 x 90 cm
Donation: Allgemeine Plakatgesellschaft, APG, Zürich, CH
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

http://www.swissdesignawards.ch/federaldesign/2004/lex-trueb/index.html

Biografieo
Lex Trüb
Lex Trüb
*1971 in Horgen

Lex Trüb besuchte von 1993 bis 1997 die Grafik-Fachklasse der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich (HGKZ). Nach dem Diplom arbeitete er vier Jahre lang unter der Leitung von Christoph Marthaler für das Schauspielhaus Zürich. Dort entwickelte er – anfänglich zusammen mit dem Grafiker Cornel Windlin – innerhalb eines ständig wechselnden Teams eine bemerkenswert eigene Sprache. Das selbstbewusste Autorenkollektiv publizierte die Theaterprogramme nicht als Zusammenfassung der aufgeführten Stücke, sondern als eigenständige, visuelle Beiträge mit korrespondierendem Inhalt. Als Kondensat seiner Tätigkeit für das Schauspielhaus Zürich entstand O.T. Ein Ersatzbuch, eine Rückschau, für die die chronologische Aneinanderreihung von Fotografien typischer Bühnensituationen die Grundstruktur bildet. Im Jahr 2001 gründete Trüb zusammen mit Benjamin Sommerhalder den Nieves Verlag in Zürich. Dort publizierte er das Magazin 100. 2006 eröffnete er zusammen mit Urs Lehni das Studio Lehni-Trüb in Zürich. Mit dem Verlagsprojekt Bookhorse produziert und vertreibt er seit 2008 Taschenbücher. 2007 gestaltete Trüb den Ausstellungskatalog Bekanntmachungen, der das umfangreiche Bild- und Textmaterial der Ausstellung 20 Jahre Studiengang Bildende Kunst SBK der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich in der Kunsthalle Zürich archiviert. Trüb war Gastdozent unter anderem an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam, an der Ecole cantonale dʼart (ECAL) in Lausanne, am Werkplaats Typografie in Arnhem sowie an der Yale University School of Art in New Haven/Connecticut (US). Seine Arbeiten wurden mehrfach beim Wettbewerb Die schönsten Schweizer Bücher ausgezeichnet, zudem ist Trüb zweimaliger Gewinner des Swiss Design Awards (2004 und 2008).

Quelle:

CV Lex Trüb
www.swissdesignawards.ch/federaldesign/2008/lex-trueb/index.html
www.swissdesignawards.ch/federaldesign/2004/lex-trueb/index.html

Porträt Lex Trüb
Abbildung: Lex Trüb / Fotografie: unbekannt

Legendeno

Plakat, Die Familie Schroffenstein von Heinrich von Kleist – Schauspielhaus Zürich, 2003, Schweiz, Gestaltung: Lex Trüb, Donation: Allgemeine Plakatgesellschaft, APG, Zürich, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Plakat, Schauspielhaus Zürich, 2003, Schweiz, Gestaltung: Lex Trüb, Fotografie: Isabelle Truniger, Donation: Allgemeine Plakatgesellschaft, APG, Zürich, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK