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Stuhl, Einrichtung für den Empfangsraum Architekturbüros Von der Mühll, 1924–1925
Henri-Robert Von der Mühll
Stuhl, Einrichtung für den Empfangsraum Architekturbüros Von der Mühll
Henri-Robert Von der Mühll,

Stuhl, Einrichtung für den Empfangsraum Architekturbüros Von der Mühll,
1924–1925

Henri-Robert Von der Mühll
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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Einrichtung für den Empfangsraum Architekturbüros Von der Mühll Henri-Robert Von der Mühll Stuhl
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Der junge Architekt Henri-Robert Von der Mühll (1898–1980) entwarf mit der streng-eleganten Möbelgruppe eine Art Visitenkarte für sein Büro. Sie verkörperte 1924 seine Vorstellung der Moderne und erinnert an die elementaristischen Möbel der holländischen De Stijl-Gruppe.

Die zwei aus Nussbaumbrettern zusammengesetzten Fauteuils standen im Empfangsraum des Lausanner Architekturbüros von Henri-Robert Von der Mühll, zusammen mit einem länglichen Salontisch, einem Planschrank und einem aus Kokosfasern gewebten, geometrisch gemusterten Teppich. Die strenge Eleganz der Sitzgruppe brauchte den Vergleich mit jenen der nobelsten Pariser Ateliers nicht zu scheuen. Allerdings orientierte sich Von der Mühll keineswegs an den französischen Art-déco-Vorbildern, die in der Romandie damals verbindlich waren. Der junge Architekt, ein Absolvent der ETH Zürich, hatte sich nacheinander in Berlin (bei Bruno Paul), in Paris, Brüssel und Wien (Kontakte mit Friedrich Kiesler) eine kosmopolitische Basis geschaffen, auf der er 1928 als Mitbegründer der Internationalen Kongresse für Neues Bauen (CIAM) aufbauen konnte. Für die «Visitenkarte» seines jungen Büros setzte er 1924 auf ein stilistisches Kondensat aus den widersprüchlichen Erfahrungen, die er im Ausland gesammelt hatte – ein Kondensat, das für ihn wohl die Essenz der Moderne verkörperte. Die Formgebung seines Ensembles erinnert an die elementaristischen Möbel der holländischen De Stijl-Gruppe, doch verzichtete er auf deren im Vorjahr eingeführte aufregende Farbigkeit. Die Einfachheit des Konzepts lässt zwar kleine Extravaganzen zu, etwa die Verlängerung der Armlehnen über die gerade Rückenlehne hinaus, der Fokus liegt aber auf der Präsenz des edlen Holzes und dessen handwerklich präziser Verarbeitung. (Arthur Rüegg)

Armlehnstuhl, Einrichtung für den Empfangsraum Architekturbüros Von der Mühll, 1924–1925
Entwurf: Henri-Robert Von der Mühll
Herstellung: Ebéniste Frédéric Ballenegger, Lausanne, CH
Material/Technik: Nussbaum
80 × 60 × 70 cm
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), 100 Jahre Schweizer Design, Zürich 2014, S. 67.

Henri-Robert Von der Mühll, De l’architecture, Lausanne/Paris 1973.

Antoine Baudin, «Büromöbel, 1924/25. Henri-Robert Von der Mühll», in: Arthur Rüegg (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel/Boston/Berlin 2002, S. 90f.

Biografieo
Henri-Robert Von der Mühll
Henri-Robert Von der Mühll
*1898 in Mulhouse
†1980 in Lausanne

Nach Abschluss des Studiums der Architektur an der ETH Zürich 1921 und Berufspraktika im Norden Frankreichs arbeitete Henri-Robert Von der Mühll zunächst im Atelier von Bruno Paul in Berlin, bevor er 1924 in das Büro François Le Cœurs in Paris sowie in das Brüsseler Büro von Adrien Blomme wechselte. 1925 gründete Von der Mühll sein eignes Büro in Lausanne. Im Jahr darauf organisierte er gemeinsam mit Theo van Doesburg und André Lurçat die Ausstellung für das Comité Nancy-Paris in Nancy. Er war Mitbegründer der Congrès Internationaux d’Architecture Moderne (CIAM), Mitglied des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (SIA) und des Bunds Schweizer Architekten (BSA), des Heimatschutzes, von 1929–1933 Leiter der waadtländischen Sektion des westschweizerischen Werkbunds L’Œuvre sowie 1957–1964 Mitglied der Eidgenössischen Kunstkommission. In den 1930er-Jahren entstanden Bauten des architektonischen Rationalismus wie die Maison Foetisch (1930) sowie das Apartmenthaus La Chandoline (1934). Das konservative Lausanner Umfeld behinderte zunächst den beruflichen Erfolg Von der Mühlls als Architekt. So konzentrierte er sich bis zum Zweiten Weltkrieg auf Innenausbauten und Gartenanlagen sowie auf Entwürfe für Möbel, Leuchten und Teppiche. 1924/25 gestaltete er ein Büromöbel-Ensemble, von dem heute nur noch der Planschrank erhalten ist. Dieser ist für die Westschweiz dieser Jahre, die ganz vom Pariser Art déco beherrscht wurde, eine aussergewöhnliche Erscheinung. Ausgewogene Proportionen und symmetrische Gestaltung charakterisieren das Möbel, das mit seiner streng orthogonalen Formgebung an De Stijl erinnert. Nach Kriegsende entwickelte Von der Mühll als technischer Leiter der Firma Winkler S.A. in Freiburg das Haus Multiplan. Später betätigte er sich auch in der Stadtplanung und im Siedlungsbau. Neben seiner Tätigkeit als Architekt wirkte Von der Mühll auch als Autor: Er förderte die Architekturkritik in der Schweiz durch eigene Artikel und Übersetzungen von Werken zur Architektur und Kunst. 1973 erschien die Publikation «De l’architecture», ein Sammelband seiner ab 1925 veröffentlichten Schriften. (Andrea Eschbach)

Quelle:

Rüegg, Arthur (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel/Boston/Berlin 2002.

Porträt Henri Robert Von der Mühll
Abbildung: Rüegg, Arthur (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel/Boston/Berlin 2002 / Fotografie: unbekannt

Legendeno

Armlehnstuhl, Einrichtung für den Empfangsraum Architekturbüros Von der Mühll, 1924–1925, Entwurf: Henri-Robert Von der Mühll
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Fotografie, Empfangsraum des Architekturbüros Von der Mühll in Lausanne, um 1925
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK