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Hocker, Elektron, 1927
Max Ernst Haefeli
Hocker, Elektron
Max Ernst Haefeli,

Hocker, Elektron,
1927

*2004
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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Elektron Max Ernst Haefeli Hocker
  • Elektron Max Ernst Haefeli Hocker
  • Elektron Max Ernst Haefeli Hocker
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Für die vom Deutschen Werkbund in Stuttgart-Weissenhof veranstaltete Ausstellung Die Wohnung entwickelte der Schweizer Architekt Max Ernst Haefeli (1901–1976) leichte moderne Typenmöbel. Ihre aus einer Aluminiumlegierung gegossenen Elemente können zu Stühlen oder Hockern verschraubt werden.

Die Entwicklung moderner Schweizer Typenmöbel setzte im Stichjahr 1926 ein. Bereits 1927 präsentierte das Kunstgewerbemuseum Zürich die ersten Industrieentwürfe des Architekten Max Ernst Haefeli auf der Ausstellung Form ohne Ornament. Im gleichen Jahr beauftragte der SWB ein Dutzend vielversprechender Jungarchitekten mit einem internationalen Auftritt auf der nachmals legendären, vom Deutschen Werkbund veranstalteten Ausstellung Die Wohnung in Stuttgart-Weissenhof. Den Clou der sechs kollektiv geplanten – und äusserst wohlwollend rezipierten – Einrichtungen lieferte wiederum Haefeli mit seinen Typenmöbeln aus Metall. Deren aufwendige Herstellung basierte auf einer Kombination von Gussteilen und Sperrholzelementen. Haefeli übernahm die damals für die Stadt- und die Spitalmöblierung übliche Gusseisentechnik, benützte aber eine Aluminiumlegierung namens Elektron. Neben den Stuhlgestellen waren auch Tischbeine, Wandarme für Leuchten und sogar Stützen für einen Flügel aus dem zukunftsträchtigen silbernen Metall zu bewundern. Obwohl die deutsche Firma Esch und Anke Interesse bekundete, sollte Haefelis Elektronlinie nie in Serienproduktion gehen – im Unterschied zu den ebenfalls erstmals in Stuttgart vorgestellten Kragstühlen von Mart Stam und Ludwig Mies van der Rohe. Hingegen entwickelte Marcel Breuer in der Schweiz 1933 eine erfolgreiche Leichtmetallmöbellinie, die nicht nur aus gekehlten Aluminiumprofilen, sondern auch aus gegossenen Verbindungsteilen bestand. (Arthur Rüegg)

Hocker, Elektron, 1927
Entwurf: Max Ernst Haefeli
Produktion: AG Möbelfabrik Horgen-Glarus, CH
Herstellung: Giesserei Oederlin & Co. AG, Rieden, CH; Suter-Strehler Successeurs, Zürich, CH
Material/Technik: Sperrholz, gebeizt; Aluminiumlegierung
46 × 37 × 42 cm
Donation: Martin Steinmann
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), 100 Jahre Schweizer Design, Zürich 2014, S. 68.

Friederike Mehlau-Wiebking / Arthur Rüegg / Ruggero Tropeano, Schweizer Typenmöbel 1925–1935, Sigfried Giedion und die Wohnbedarf AG, Zürich 1989, S. 56f.

Ruggero Tropeano, «Elektron-Stuhl, 1927. Max Ernst Haefeli», in: Arthur Rüegg, (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel/Boston/Berlin 2002, S. 118f.

Biografieo
Max Ernst Haefeli
Max Ernst Haefeli
*1901 in Zürich
†1976 in Herrliberg

Max Ernst Haefeli studierte 1919–1923 als Sohn des Architekten Max Haefeli zunächst Architektur bei Karl Moser an der ETH Zürich. 1923/24 sammelte er erste Praxiserfahrungen im Berliner Büro von Otto Bartning. Nach seiner Rückkehr nach Zürich arbeitete er im Büro seines Vaters, bevor er 1926 sein eigenes Büro gründete. Seine Erfahrungen im Entwurf von Typenmöbeln für die Möbelfabrik Horgenglarus führten ihn 1927 als Leiter einer Gruppe Schweizer Architekten an die Stuttgarter Weissenhofsiedlung, wo er einige Wohnungen im Apartmentblock von Mies van der Rohe einrichten konnte. Dort präsentierte Haefeli auch den Elektron-Stuhl (1927), den ersten metallenen Stuhl aus moderner Schweizer Produktion. 1927/28 erbaute Haefeli die Musterhäuser an der Zürcher Wasserwerkstrasse und möblierte eine Wohnung mit markterprobten Typenprodukten sowie eigenen Leuchten und Stahlrohrmöbeln. Ab Mitte der 1920er-Jahre pflegte Haefeli eine enge Zusammenarbeit mit Ernst Kadler-Vögeli, dem Firmendesigner von Horgenglarus, in deren Zuge 1926 der zeitlose Stuhl Haefeli entstand, der wie andere Entwürfe Haefelis bis heute hergestellt wird. Von 1928 bis 1932 war Haefeli an der Realisierung der Schweizer Werkbundsiedlung Neubühl in Zürich beteiligt und richtete im Rahmen der 1931 dort stattfindenden Wohnausstellung das Einfamilienhaus eines Geschäftsführers musterhaft ein. Anfang der 1930er-Jahre sammelte Haefeli erste Lehrerfahrung als Leiter der Konstruktionskurse an der Kunstgewerbeschule und am Abendtechnikum Juventus in Zürich. 1935 realisierte Haefeli gemeinsam mit Werner Max Moser das Freibad Allenmoos in Zürich-Oerlikon. Im selben Jahr war er unter der Federführung Sigfried Giedions an der Konzeption der kulturhistorischen Ausstellung Das Bad von gestern und heute im Zürcher Kunstgewerbemuseum beteiligt. Von 1937–1975 führte er sein Büro gemeinsam mit Werner Max Moser und Rudolf Steiger. Die drei Schweizer wurden zu bahnbrechenden Figuren des Neuen Bauens in der Schweiz, ein Meilenstein ihrer Architektur ist das Zürcher Kongresshaus (1937–1939). (Andrea Eschbach)

Quelle:

Rüegg, Arthur (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel/Boston/Berlin 2002.

Porträt Max Ernst Haefeli
Abbildung: gta Archiv, ETH Zürich / Fotografie: Michael Wolgensicher

Legendeno

Hocker, Elektron, 1927, Entwurf: Max Ernst Haefeli, Donation: Martin Steinmann
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Stuhl, Elektron, 1927, Entwurf: Max Ernst Haefeli, Donation: Max Ernst Haefeli
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Detailaufnahme, Stuhl, Elektron, 1927, Entwurf: Max Ernst Haefeli, Donation: Max Ernst Haefeli
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Ausstellungsansicht, Elektron-Möbel, Ausstellung Die Wohnung, Stuttgart-Weissenhof, 1927, Auftrag: Kollektivgruppe SWB
Abbildung: SBZ, Bd. 90, 1927, Tafel 20: 137