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Korridormöbel, Entwurf für das Wohnhaus Alois Blöchlinger, 1933
Traugott Stauss
Korridormöbel, Entwurf für das Wohnhaus Alois Blöchlinger
Traugott Stauss,

Korridormöbel, Entwurf für das Wohnhaus Alois Blöchlinger,
1933

Traugott Stauss
*2002
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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Entwurf für das Wohnhaus Alois Blöchlinger Traugott Stauss Korridormöbel
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Das wohlproportionierte Garderobenmöbel bietet für abgelegte Schirme, Handschuhe oder nasse Schuhe einen geeigneten Behälter. Als minimalistische Skulptur knüpft es einerseits an die moderne Raumkunst an und vermag andererseits, mit seiner kontrastreichen Farbgestaltung eine eigene Atmosphäre zu schaffen.

Der Einfluss der Lehrer Alfred Altherr und Sophie Taeuber-Arp auf den Toggenburger Grafiker, Bühnenbildner, Textil-, Schmuck-, Raum- und Möbelgestalter Traugott Stauss (1898–1952) war zweifellos nachhaltig. Die an der Zürcher Kunstgewerbeschule begonnene und in Deutschland vertiefte Auseinandersetzung mit der künstlerischen Avantgarde spiegelt sich in den grafischen Arbeiten und den wenigen baukünstlerischen Gestaltungen (Kino Eos, Wattwil, 1929/30) des Einzelkämpfers, aber auch in seinen kubischen, oft farbig gefassten Möbeln. 1931 eröffnete er in Lichtensteig – zeitgleich mit dem Zürcher Wohnbedarf-Laden – ein Geschäft mit dem Namen Raumkunst, in dem er selbst gefertigte Einrichtungsgegenstände feilbot. Es überlebte nur ein Jahr, aber 1933 konnte Stauss in Uznach noch die Inneneinrichtung und die Farbgestaltung des Hauses Blöchlinger ausführen. Für die orange, gelb und blaugrau gefasste Halle dieses Gesamtkunstwerks fertigte er in der Wagnerei seines Vaters ein orangerotes Garderobenmöbel an, das auch eine Ablage und eine Sitzbank ist. Im offenen Gestell oder in der Truhe finden die Schuhe Platz; die Schirme gehören ins vertikale Abteil, die Handschuhe ins schmale Schubfach. Mit seinen Farben verlieh Stauss jeder Raumsituation eine eigene Identität. Ins hellgelbe Esszimmer stellte er ein tiefblau gestrichenes minimalistisches Mobiliar, während er eines der Schlafzimmer in einem hellen Blauviolett fasste. 1934 verlagerte Stauss – ohne Aussicht auf einen Durchbruch im Möbelgeschäft – seinen Fokus auf das Textildesign. (Arthur Rüegg)

Korridormöbel, Entwurf für das Wohnhaus Alois Blöchlinger in Uznach, 1933
Entwurf: Traugott Stauss
Material/Technik: Holz, gefasst
110.5 × 107.5 × 41 cm
Dauerleihgabe: Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur Bern
Literaturo

Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), 100 Jahre Schweizer Design, Zürich 2014, S. 104.

Jost Kirchgraber u. a., Raumkunst Lichtensteig. Ein Mann probt die Moderne. Traugott Stauss (1898–1952), Ausst.-Kat. Historisches Museum St. Gallen, 1996.

Rudolf Hanhart, «Traugott Stauss 1898–1952», in: Toggenburger Annalen, Bazenheid 1997.

Brigitte Selden, «Toggenburger Avantgarde. Zum 100. Geburtstag des Gestalters Traugott Stauss», in: NZZ, 7./8.2.1998.

Biografieo
Traugott Stauss
Traugott Stauss
*1898 in Oberhelfenschwil
†1952 in Lichtensteig

Traugott Stauss absolvierte eine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Zürich und anschliessend eine grafische Lehre bei Orell Füssli in Zürich. Ab 1922 war er als Grafiker und Gestalter in Lichtensteig tätig. Alfred Altherr, der Direktor der Kunstgewerbeschule Zürich, beeinflusste das gestalterische Werk von Stauss massgeblich, indem er ihm die Ideen des Schweizerischen Werkbunds und des Bauhauses nahebrachte. Am Beispiel der Einrichtung eines Junggesellenzimmers zeigt sich Sophie Taeuber-Arps Einfluss auf Stauss’ Arbeit. Im Sinne des avantgardistischen Designs entwarf er unter anderem 1929/30 die Farb- und Raumgestaltungen des Kinos Eos in Wattwil und zwischen 1930 und 1936 zahlreiche polychrom gefasste Möbel im Bauhausstil. 1933 wurde Stauss in den Schweizerischen Werkbund aufgenommen, ab 1934 war er als Dessinateur in der St. Galler Feinwebereien AG in Lichtensteig tätig. Gegen Ende der 1930er-Jahre wandte sich Stauss von der Moderne ab und hin zu bäuerlich-ländlichen Formen. Der Toggenburger Künstler kann so als Vertreter einer verlorenen Moderne bezeichnet werden. (Andrea Eschbach)

Quelle:

Rüegg, Arthur (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel/Boston/Berlin 2002.

Porträt Traugott Stauss
Abbildung: Niklaus Stauss / Fotografie: unbekannt

Legendeno

Korridormöbel, Entwurf für das Wohnhaus Alois Blöchlinger in Uznach, 1933, Entwurf: Traugott Stauss, Dauerleihgabe: Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur Bern
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Fotografie, Esszimmer im Haus Blöchlinger in Uznach, um 1996, Fotografie: Hanspeter Schiess
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK