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Plakat, Ja zur Bankeninitiative, 1984
Stephan Bundi
Plakat, Ja zur Bankeninitiative,
Stephan Bundi,

Plakat, Ja zur Bankeninitiative,
1984

Stephan Bundi
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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Ja zur Bankeninitiative Stephan Bundi
  • Ja zur Bankeninitiative Stephan Bundi
  • Ja zur Bankeninitiative Stephan Bundi
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Das Schweizer Bankgeheimnis zählt für viele Bürgerinnen und Bürger zum Selbstverständnis der Schweiz. Es garantiert auf gesetzlicher Basis die ökonomische Privatsphäre, indem keinerlei Kundendaten an Dritte weitergegeben werden.

Stephan Bundi (geb. 1950) rückte in seinem Plakat zur Unterstützung der Bankeninitiative, welche 1984 die Aufhebung des Bankgeheimnisses forderte, nur den prallen Bauch eines anonymen Anzugträgers in den Blick. Sein Gesicht bleibt unsichtbar. Die sprichwörtlich weisse Weste ist zum Hosenbund hin blutbesudelt. Ein Ja zur Aufhebung des Bankgeheimnisses trägt hingegen zum guten Gewissen bei: blitzblank ist die Weste unterhalb des Krawattenknotens.
Es war denn auch Bundis explizite bildliche Anspielung auf Geldwäscherei und Kriminalität, die im Kontext des polemisch geführten Abstimmungskampfes um das Bankgeheimnis Empörung auslöste. Der redliche Schweizer Bürger fühlte sich ungerechtfertigt vorverurteilt, ein überzeugtes Nein zur Initiative war das Resultat.
Als die UBS 25 Jahre später Kundendaten auslieferte, war der Aufschrei gross. Der Werber Remy Fabrikant initiierte auf eigene Kosten eine breit angelegte Medienkampagne und forderte die Bevölkerung zur Diskussion auf. Auch dieses Plakat verdeutlicht: Das Bankgeheimnis meint Swissness, mit seiner Lockerung sehen viele die Grundwerte der Schweiz bedroht. (Bettina Richter)

Plakat, Ja zur Bankeninitiative, 1984
Erscheinungsland: Schweiz
Gestaltung: Stephan Bundi
Auftrag: Sozialdemokratische Partei der Schweiz, SP, Bern, CH
Material / Technik: Siebdruck
60 × 42 cm
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Sascha Demarmels, Ja. Nein. Schweizer Abstimmungsplakate im 20. Jahrhundert, Konstanz 2009.

Museum für Gestaltung Zürich, Bettina Richter (Hg.), Paradise Switzerland, Poster Collection 21, Baden 2010.

Willy Rotzler, Karl Wobmann, Das politische und soziale Plakat der Schweiz, Zürich 1985.

Biografieo
Stephan Bundi
Stephan Bundi
*1950 in Trun

Stephan Bundi besuchte 1966 den Vorkurs an der Kunstgewerbeschule in Bern und absolvierte anschliessend eine Grafiklehre bei Young & Rubicam. Ab 1973 studierte er Illustration und Buchgestaltung an der Staatlichen Akademie der Künste in Stuttgart, unter anderem bei Kurt Weidemann. 1975 kehrte Bundi in die Schweiz zurück und gründete sein eigenes Grafikstudio. Schon in den Anfangsjahren widmete er sich vor allem Plakataufträgen. Ab 1980 wirkte Bundi auch in der Lehre, so an den Schulen für Gestaltung in Bern und Biel. 1999 nahm er eine Dozentenstelle an der Hochschule für Gestaltung in Bern wahr, zudem unterrichtet er seit 2008 als Gastprofessor an der Nanjing University of the Arts in China. 2003 verlegte Bundi sein Studio nach Boll, wo er heute noch lebt und arbeitet. Bundi zählt zu den produktivsten zeitgenössischen Plakatgestaltern der Schweiz. Als Mitglied der angesehenen Alliance Graphique Internationale (AGI), deren Schweizer Sektion er ab 2010 für einige Jahre präsidierte, vermittelt er die Bedeutung des grafischen Schaffens über die Landesgrenzen hinaus. Seine Plakate sind in internationalen Museumssammlungen vertreten, er erhielt zahllose Auszeichnungen. Bundis zeichnerische und malerische Virtuosität bildet die Basis vieler Werke, fotografische oder rein typografische Arbeiten sind sekundär. Mit präzisen, raffinierten Bildfindungen gelingt es Bundi, in verknappter Form Geschichten zu erzählen und die jeweilige Plakatbotschaft adäquat zu vermitteln. Bundi gestaltet vor allem Kulturplakate, innerhalb dieser Kategorie nimmt wiederum das Theaterplakat einen herausragenden Stellenwert ein. Dabei gelingt es Bundi, komplexe Inhalte eines Theaterstücks in einem Bild zu verdichten. In seinem Schaffen finden sich zudem einige aufrüttelnde politische und soziale Arbeiten. Ein Beispiel dafür ist sein Plakat Stoppt die Folter für Amnesty International von 1985: Seine symbolhafte Darstellung macht Schmerz unmittelbar körperlich erfahrbar. (Bettina Richter)

Quelle:

Rotzler, Willy u.a. (Hg.), Das Plakat in der Schweiz, Schaffhausen 1990.
https://atelierbundi.ch/en/stephan-bundi/cv/
www.tagesanzeiger.ch/kultur/kunst/Alles-Plakative-ist-ihm-fremd-/story/25042889

Porträt Stephan Bundi
Abbildung: https://essence.sgv.ch/fr/chronologie/essence-15-fr/membres-du-jury15/stephan-bundi-fr/ / Fotografie: unbekannt

Legendeno

Plakat, Ja zur Bankeninitiative, 1984, Schweiz, Gestaltung: Stephan Bundi
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Plakat, Für saubere Banken. Klar. Banken-Initiative Ja, 1984, Schweiz, Gestaltung: Bernard Schlup
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Plakat, Das Bankengeheimnis wankt, unser Käsegeheimnis bleibt. Appenzeller, 2009, Schweiz, Gestaltung: Contexta AG, Donation: Allgemeine Plakatgesellschaft, APG, Zürich, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Plakat, Sind-wir-Schweizer-alle-Verbrecher.ch – Jetzt reden wir mit! Das Bankgeheimnis und die Grundwerte der Schweiz stehen seit Wochen zur Diskussion, ohne dass jemand nach unserer Meinung gefragt hat, 2009, Schweiz, Gestaltung: JWT + Hostettler + Fabrikant
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK