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Plakat, Kunsthalle Basel – Konstruktivisten, 1937
Jan Tschichold
Plakat, Kunsthalle Basel – Konstruktivisten
Jan Tschichold,

Plakat, Kunsthalle Basel – Konstruktivisten,
1937

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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Kunsthalle Basel – Konstruktivisten Jan Tschichold Plakat
  • Kunsthalle Basel – Konstruktivisten Jan Tschichold Plakat
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Jan Tschichold (1902–1974), der 1933 aus Deutschland in die Schweiz emigrierte, gilt als Vater der sogenannten Neuen Typografie. Er wurde zum Vermittler der Bauhausideen in der Schweiz, was sein Plakat von 1937 für eine Ausstellung der internationalen Avantgarde konstruktivistischer Künstler in der Kunsthalle Basel programmatisch zum Ausdruck bringt.

1928 erschien Jan Tschicholds wegweisendes Handbuch der Neuen Typografie, in dem er ihre Errungenschaften zusammenfasste: Er plädierte für einen dem Zweck dienenden Schrifteinsatz. Gleichzeitig sollte die Schrift als eigenes experimentelles Gestaltungsmittel begriffen werden. Dieser rationale Einsatz der Type blieb nachfolgenden Grafikern und Typografen ein zentrales Anliegen. Tschicholds Plakat zur Konstruktivistenausstellung in der Kunsthalle Basel von 1937 vermittelt seine für die damalige Zeit ganz neuen Ideen auf anschauliche Weise. Als einziges gestalterisches Element tritt hier eine kreisrunde Form auf, die den Ausstellungstitel trägt, sich farblich aber nur dezent vom Hintergrund abhebt. Die serifenlose Schrift folgt der konsequenten Kleinschreibung. Für die Gesamtkomposition hielt sich Tschichold an strenge arithmetische Gesetze, die an die klassische Proportionslehre anknüpfen. Ergebnis ist eine sensible Balance von Symmetrie und Asymmetrie, die mit horizontalen und vertikalen Elementen ebenso spielt wie mit dem Kontrast von Fläche und Schrift. Noch das kleinste Detail ist nicht Zufall, sondern bewusste Entscheidung, wie beispielsweise der kleine schwarze Punkt, der die Ausstellungsdaten hervorhebt. Im Jahr 1937 war eine Konstruktivistenausstellung so nah an der deutschen Grenze durchaus auch als politisches Signal gegen die Nazis zu verstehen. (Bettina Richter)

Plakat, Kunsthalle Basel – Konstruktivisten, 1937
Erscheinungsland: Schweiz
Gestaltung: Jan Tschichold
Auftrag: Kunsthalle Basel, CH
Material/Technik: Hochdruck
127 x 90 cm
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Phaidon (Hg.), The Phaidon Archive of Graphic Design, Berlin 2012, ID F051.

Jan Tschichold, Die Neue Typografie. Ein Handbuch für zeitgemäss Schaffende, Berlin 1928.

Bettina Richter, «Das Schweizer Plakat. Von seinen Anfängen bis zu Beginn des Zweiten Weltkriegs», in: Deutsches Plakatmuseum im Folkwang Essen (Hg.), Zeitzeiger. Plakate aus zwei Jahrhunderten, Mainz 2007, S. 200.

Biografieo
Jan Tschichold
Jan Tschichold
*1902 in Leipzig
†1974 in Locarno

In der Schriftklasse des Kalligrafen Hermann Delitsch an der Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig begann Tschicholds Ausbildung. Im Anschluss besuchte er bis 1921 die Kunstgewerbeschule in Dresden und war folgend Meisterschüler beim Typografen und Grafikdesigner Walter Tiemann an der Leipziger Akademie. Nach Abschluss seines Studiums arbeitete Tschichold als Kalligraf an der Gestaltung von Werbeanzeigen, zudem war er ab den frühen 1920er-Jahren freiberuflich als typografischer Entwerfer tätig. 1923 lernte er am Bauhaus László Moholy-Nagy und El Lissitzky kennen, die die Schemata herkömmlicher Typografie aufzubrechen suchten. Tschichold selbst wurde bald zum kompromisslosesten Vertreter der Neuen Typografie. Ende 1925 zog Tschichold nach Berlin, 1927 wurde er von Paul Renner an die neu eröffnete Münchner Meisterschule für Typografie berufen. 1928 beteiligte er sich an der Ausstellung neue typographie im Basler Gewerbemuseum und wurde Mitglied des ring neuer werbegestalter. Ebenfalls 1928 erschien Tschicholds erstes Lehrbuch Die neue Typographie. Anfang der 1930er-Jahre entwickelte Tschichold die Zierschriften Zeus, Saskia und Transito. Nach Verlust seiner Anstellung unter den Nationalsozialisten emigrierte Tschichold 1933 in die Schweiz. In Basel erhielt er eine Aushilfslehrerstelle an der Allgemeinen Gewerbeschule in Basel und arbeitete als typografischer Gestalter für den Benno Schwabe Verlag. 1935 erschien mit Typographische Gestaltung Tschicholds wichtigstes Werk. Um 1940 überdachte Tschichold seine typografischen Grundsätze und verwarf sie schliesslich ebenso wie den alleinigen Gebrauch serifenloser Schriften. Er wandelte sich zum Erneuerer der traditionellen, symmetrischen Typografie. In der Folge arbeitete Tschichold zunächst für den Basler Birkhäuser Verlag, später in England für Penrose Annual und Penguin Books. Um 1955 war Tschichold erneut in Basel und bis zu seinem Rückzug aus dem Erwerbsleben für den Pharmakonzern Hoffmann-La Roche tätig. (Andrea Eschbach)

Quelle:

Fotografie: unbekannt Quelle: worldpress.com Günter Bose / Erich Brinkmann (Hg.), Jan Tschichold. Schriften 1925–1974, Berlin 1991. Martijn F. Le Coultre / Alston W. Purvis, Jan Tschichold. Plakate der Avantgarde, Basel/Boston/Berlin 2007.

Legendeno

Plakat, Kunsthalle Basel – Konstruktivisten, 1937, Schweiz, Gestaltung: Jan Tschichold
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Ausstellungskatalog (Titel und Innenseite), Kunsthalle Basel – Konstruktivisten, 1937, Gestaltung: Jan Tschichold
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Ausstellungskatalog (Titel und Innenseite), Kunsthalle Basel – Konstruktivisten, 1937, Gestaltung: Jan Tschichold
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK