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Bücherregal, Modell 2722, 1931
Wilhelm Kienzle
Bücherregal, Modell 2722
Wilhelm Kienzle,

Bücherregal, Modell 2722,
1931

Wilhelm Kienzle
*2003
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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Modell 2722 Wilhelm Kienzle Bücherregal
  • Modell 2722 Wilhelm Kienzle Bücherregal
  • Modell 2722 Wilhelm Kienzle Bücherregal
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Das einfache, beliebig erweiterbare Bücherregal verbindet vertikale Elemente aus schwarz lackiertem Blech unsichtbar mit Holztablaren. Wie kein anderes Schweizer Regal steht Wilhelm Kienzles (1886–1958) Entwurf für die Tendenz des Neuen Bauens, die zu leichten, beweglichen und anpassungsfähigen Möbeln motivierte.

Den «ersten Schritt zum vernünftigen Möbeldesign» beschrieb der ingeniöse Gestalter und Lehrer Wilhelm Kienzle als «Normalisierung» und meinte damit 1927 vor allem eine Vereinheitlichung, analog zur Konfektionierung in der Bekleidungsindustrie. Damit unterschied er die gestalterischen und konstruktiven Prinzipien seriell gefertigter Einzelmöbel von kunstgewerblichen Anfertigungen ganzer Interieurs. Möbel in Mietwohnungen sollten seiner Ansicht nach leicht und beweglich sein und sich in unterschiedlichen Formationen zusammenstellen lassen. Locker im Raum aufgestellt, träten sie so unmittelbar in Beziehung zum Menschen und erfüllten ihre praktische Funktion dort, wo sie gebraucht würden. Kienzle entwarf das zerlegbare Bücherregal 1931 in diesem Sinne und im Kontext des neuen Bauens, vielleicht sogar anlässlich der Wohnausstellung in der Siedlung Zürich-Neubühl. Es wurde von der Firma Embru in Rüti hergestellt, gehörte jahrelang zu deren meistverkauften Möbeln und wurde mit wenigen Unterbrüchen durchgehend produziert. Die rechtwinklig abgekanteten Blech- Elemente werden in Nuten seitlich und zur Stabilisierung rückseitig in die hölzernen Tablare gesteckt. Das Regal lässt sich nach oben beliebig erweitern, unterschiedlich dimensionierte Tablare und Blechelemente ermöglichen eine Vielzahl von Kombinationen. Die einfache Konstruktion, die Ökonomie der Mittel und die Flexibilität im Gebrauch machen das Kienzle-Bücherregal zu einem Paradebeispiel unprätentiösen Schweizer Designs. (Renate Menzi)

Bücherregal, Modell 2722, 1931
Entwurf: Wilhelm Kienzle
Herstellung: Embru-Werke AG, Rüti, CH
Material/Technik: Ahorn, gebeizt; Stahlblech, lackiert
101 × 93 × 22 cm
Dauerleihgabe: Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur Bern
Literaturo

Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), 100 Jahre Schweizer Design, Zürich 2014, S. 105.

Hermann Kienzle, «‹Heimatstil›? Über die Entwicklung und Beziehung von Funktion, Konstruktion, Form» Werk 30, no. 4 (1943), pp. 124–25.

www.embru.ch

Biografieo
Wilhelm Kienzle
Wilhelm Kienzle
*1886 in Basel
†1958 in Zürich

Wilhelm Kienzle absolvierte 1901–1903 in Basel eine Schreinerlehre, arbeitete in den folgenden zwei Jahren als Möbelzeichner und erlernte das Metallhandwerk, ehe er 1909 in München selbstständig Innenausstattungen, Gebrauchsgrafiken und Möbel für Handwerk und Industrie entwarf. Nach kurzer Tätigkeit in Peter Behrens Atelier in Berlin arbeitete er 1914–1916 als Entwerfer für die Königlich bayerische Hofmöbelfabrik. 1916 kehrte er in die Schweiz zurück und trat in den Schweizerischen Werkbund (SWB) ein. Ab 1918 leitete er die Fachklasse für Innenausbau an der Zürcher Kunstgewerbeschule, wo er zur zentralen Figur für die Entwicklung der Schweizer Wohnungseinrichtung wurde. Bereits 1918 nahm er mit seiner Klasse an der Werkbundausstellung in Zürich teil, 1928 gestaltete er mit seinen Schülern eine Wohnung für die Ausstellung Das neue Heim II. Drei Jahre später partizipierte Kienzle an der Wohnausstellung in der Siedlung Neubühl in Zürich, 1939 folgte der Entwurf eines Wohnzimmers für eine musizierende Familie für die Zürcher Landesausstellung. Parallel zu seiner Lehrtätigkeit war er als freischaffender Gestalter tätig. Seine langlebigen Objekte, die bescheiden im Auftritt und funktional in der Form waren, prägten das Bild der Schweizer Produktlandschaft. So entwickelte er beispielsweise für die Therma AG in Schwanden einen Parabolstrahler. Um 1935 begann die langjährige Freundschaft mit dem Fabrikanten Willi Blattmann aus Wädenswil, als deren Resultat eine Reihe von Produkten für die Blattmann Metallwarenfabrik (MEWA) entstanden, zum Beispiel ein Papierkorb, ein Servi-Tischchen und eine Schuhkippe. Kienzle war auch als Berater für die MEWA-Produktpalette tätig. Um 1950 entstand das von der Wohnbedarf AG vertriebene metallene Telefon-Tischchen, das die Auszeichnung «Die gute Form» erhielt. Ab 1950 beschäftigte sich Kienzle intensiv mit Mathematik und Geometrie. In diesem Zusammenhang entwickelte er das Legespiel Trigon. (Andrea Eschbach)

Quelle:

Rüegg, Arthur (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel/Boston/Berlin 2002.
Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), Wilhelm Kienzle, Reihe Schweizer Design-Pioniere 6, Zürich 1992.

Porträt Wilhelm Kienzle
Abbildung: Archiv ZHdK / Fotografie: unbekannt

Legendeno

Bücherregal, Modell 2722, 1931, Entwurf: Wilhelm Kienzle, Dauerleihgabe: Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur Bern
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Bücherregal, Modell 2722, 1931, Entwurf: Wilhelm Kienzle, Dauerleihgabe: Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur Bern
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Detailaufnahme, Bücherregal, Modell 2722, 1931, Entwurf: Wilhelm Kienzle, Dauerleihgabe: Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur Bern
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Andruck, Inserat für Kienzle Bücherregal, um 1942, Gestaltung: Pierre Gauchat
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK