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Schuhkippe, (ohne Titel), 1984
Hanspeter Weidmann
Schuhkippe, (ohne Titel)
Hanspeter Weidmann,

Schuhkippe, (ohne Titel),
1984

Hanspeter Weidmann
*2023
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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • (ohne Titel) Hanspeter Weidmann Schuhkippe
  • (ohne Titel) Hanspeter Weidmann Schuhkippe
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Die clevere Schuhkippe aus abgekantetem Blech löst das Problem der sich normalerweise in Treppenhäusern auftürmenden Schuhe auf Schweizer Art: ordentlich und doch verspielt. So kann man die Schuhe in genormten Fächern verstauen und mit einem Griff in der Wand verschwinden lassen.

Seit Wilhelm Kienzle (1886–1958) 1951 die legendäre Schuhkippe für die Werkgenossenschaft Wohnhilfe vorstellte, hat sich kaum jemand um die vielen Fussbekleidungen gekümmert, die sich in Treppenhäusern und Eingangshallen auftürmen. Erst 1984 fokussierte der vielseitige Basler Design-Student Hanspeter Weidmann (geb. 1958) diese Problemzone wieder, angeregt durch ein von Ulrich P. Wieser (Wohnbedarf AG Basel) vermitteltes Ausbildungsprojekt. Weidmanns Entwurf – formal reduziert, funktional und konstruktiv ausgereift – gilt mittlerweile als Musterbeispiel für «Swissness» und als Klassiker der jüngeren Designgeschichte. Die Originalität liegt nicht im spektakulären Auftritt, sondern in der innovativen Cleverness des Ansatzes, der sogar eine Eigenproduktion ermöglichte. Aus rechteckigen Blechen werden durch Falzen und Biegen drei stabile Grundelemente geformt, aus denen die Rück- und Seitenwände, die abgewinkelten Schuhfächer und das eingemittete Griffprofil bestehen. Je zwei Tubtara-Nieten klemmen die Fächer an die Seitenwände. Am unteren Ende des Griffprofils steckt eine Stahlfeder. Das ganze Möbel kommt ohne Schraube aus. Zieht man am Griffprofil, öffnet oder schliesst sich die ganze Reihe der übereinander angeordneten Fächer gleichzeitig. Da die Randleisten der Seitenwände leicht unterschiedlich gebogen sind, lassen sich beliebig viele Schuhkippen zu einem nahtlosen Wandrelief fügen – mit Einschluss der später entstandenen Netzcontainer (1986), Spiegelschänke und Klappgarderoben (2004). (Arthur Rüegg)

Schuhkippe, 1984
Entwurf: Hanspeter Weidmann
Produktion: HP Weidmann, Basel, CH
Herstellung: Bemag Objekteinrichtungen AG, Sissach, CH
Material/Technik: Stahlblech, verzinkt; Stahlfeder
170 × 54 × 18 cm
Dauerleihgabe: Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur Bern
Literaturo

Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), 100 Jahre Schweizer Design, Zürich 2014, S. 293.

Gabrielle Herrmann, «Ein Lehrstück wird Renner», in: Hochparterre 2 (1989), Heft 5, S. 18–39.

Norbert Wild, «‹Schuhkippe›, 1984. Hanspeter Weidmann», in: Arthur Rüegg (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel/Boston/Berlin 2002, S. 278f.

Biografieo
Hanspeter Weidmann
Hanspeter Weidmann
*1958 in Schlieren

Nach dem Abschluss eines Jurastudiums 1981 absolvierte Hanspeter Weidmann Praktika auf einer Bootswerft und in einem Architekturbüro. Von 1983 bis 1985 besuchte er die Höhere Schule für Gestaltung Basel, wo er im Rahmen seiner Diplomarbeit 1986 den Prototyp einer Sanitärarmatur entwickelte. Von 1985 bis 2007 führte Weidmann in Basel ein Atelier für Raum- und Produktgestaltung, die dort entwickelten Möbel produzierte und vertrieb er unter dem Label Weidmann selbst. Bekannt wurde er Mitte der 1980er-Jahre mit seinen kombinierbaren Containermöbeln aus Metallblechen. 1984 entstand die aus drei einfachen Blechformen bestehende Schuhkippe, mit der Weidmann maximalen Stauraum bei minimalem Platzbedarf erzeugte. Sie ist bis heute sein erfolgreichstes Produkt. In der Folge entwarf Weidmann ein Staumöbelprogramm, bei dem die Einzelkomponenten wie Schrank, Regal und Garderobe zusammen mit der Schuhkippe ein kompatibles Ordnungssystem bilden und dessen gemeinsamen Nenner Weidmanns bevorzugtes Material Stahlblech bildet. Mit seiner Kollektion machte Weidmann Firmen im In- und Ausland auf sich aufmerksam, die sein Design in Lizenz herstellten. Heute wird Weidmanns Kollektion von Lehni produziert. Weidmann schuf 1998 auch eine weniger bekannte Holzmöbelkollektion für den finnischen Hersteller Artek: die leichten, aus Schichtholz gefertigten Sessel Nandu und Nandin, die Tische Scatto und Youtu sowie den Hocker Pochino. Daneben arbeitete er als Gestalter für Firmen wie Thonet, Bigla, Cassina, Wogg und Röthlisberger. Weidmann entwarf auch das Informationssystem für den Zoo Basel, ein Promotionssystem für den Chemiekonzern Roche sowie die Innenarchitektur für das Behindertenwohnheim Bottmingen und den Comix-Shop Basel. Seit 2007 baut er Architekturmodelle für Nussbaumer Trüssel Architekten in Basel und arbeitet kontinuierlich freischaffend als Designer. (Andrea Eschbach)

Quelle:

Rüegg, Arthur (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel/Boston/Berlin 2002.

Porträt Hanspeter Weidmann
Abbildung: Hanspeter Weidmann / Fotografie: unbekannt

Legendeno

Schuhkippe, 1984, Produktion: Hanspeter Weidmann, Basel, CH, Dauerleihgabe: Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur Bern
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Schuhkippe, 1984, Produktion: Hanspeter Weidmann, Basel, CH, Dauerleihgabe: Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur Bern
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Seite aus Werbeprospekt, Garderobenkollektion Weidmann, nach 2007, Auftrag: Lehni AG Dübendorf, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK