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Schrank, Squadra, Prototyp, 1964
Klaus Vogt
Schrank, Squadra, Prototyp
Klaus Vogt,

Schrank, Squadra, Prototyp,
1964

Klaus Vogt
*2020
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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Squadra, Prototyp Klaus Vogt Schrank
  • Squadra, Prototyp Klaus Vogt Schrank
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Der gelernte Bootsbauer und Innenarchitekt Klaus Vogt (geb. 1938) erfand eine unkonventionelle und unkomplizierte Bauweise für Behältermöbel. Aus einem stabilen Quader schnitt er freie Türformen heraus und verlieh der monolithischen Form eine starke farbliche Präsenz.

Das farbige Objekt ist ein reiner Quader. Umso mehr intrigiert das auf der Vorderseite eingeschnittene Lineament, das sich erst auf den zweiten Blick als Umrissbild einer Anzahl von Schubladenfronten und Schranktüren entpuppt. Nicht in den gleichsam ausgestanzten Löchern, sondern an den Kanten des Quaders lassen sich die flächenbündigen Verschlüsse aufziehen. Dieser Prototyp weist Klavierbänder auf; für die Serienproduktion wurden Huss-Beschläge in die vermeintlichen Grifflöcher gesteckt. Wie bei antiken Schränken entsprechen die Abmessungen der Türen nicht der Breite und der Höhe des jeweiligen Gefachs, doch verraten die Umrisse der Sägeschnitte und die Anordnung zarter Griffmulden von aussen, ob sie eine Schublade oder einen Schrank – oder gar ein abklappbares Tischblatt – verbergen. Klaus Vogt, Absolvent der Innenarchitekturklasse Willy Guhls, dann Assistent an der Architekturschule der ETH Zürich, war der Vertreter einer jungen Gestaltergeneration, die statt sturer Regeln die Freude am Experiment anbot, die Lust am Spiel mit Formen, Farben, Fertigungstechniken. Die Squadra-Schränke – eine helvetische Form von Anti-Design – stellte Vogt zunächst für den Eigengebrauch her und versuchte dabei, mit minimalsten Mitteln auszukommen. Er nagelte standardisierte Sperrholzplatten zu einem stabilen Körper zusammen und sägte die Türen nachträglich aus. Später erhielten die Schränke den Namen einer von Vogt 1967 mitbegründeten Arbeitsgruppe für Architektur, Design und Grafik namens Squadra. (Arthur Rüegg)

Schrank (Prototyp), Squadra, 1964
Entwurf: Klaus Vogt
Herstellung: Marghitola AG, Luzern, CH
Material/Technik: Sperrholz, lackiert
140 × 60 × 34 cm
Dauerleihgabe: Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur Bern
Literaturo

Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), 100 Jahre Schweizer Design, Zürich 2014, S. 220.

Lotte Schilder Bär, «‹Squadra› oder ‹Flügeltür-Schrank›, 1964. Klaus Vogt», in: Rüegg, Arthur (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel/Boston/Berlin 2002, S. 236f.

Das ideale Heim, Juli 1973.

Biografieo
Klaus Vogt
Klaus Vogt
*1938 in Winterthur

Nach einer Lehre als Bootsbauer 1954–1958 besuchte Klaus Vogt die von Willy Guhl geleitete Fachklasse für Innenausbau an der Kunstgewerbeschule Zürich. Während des Studiums absolvierte er ein Architekturpraktikum in Rotterdam. Gegen Ende der 1950er-Jahre begann Vogt, mit leichten Konstruktionen aus Stahl, Holz und Kunststoff zu experimentieren. Seinen ersten Stuhl baute er aus Holzteilen, die beim Bootsbau übrig blieben. In der Folge entstanden ein zerlegbarer Kolonialstuhl, Campingstühle sowie verschiedene Saalstühle. Seit 1968 führt Vogt sein eigenes Architekturbüro, mittlerweile in Bürogemeinschaft mit Benno Fosco und Jacqueline Fosco-Oppenheim. Zu den bekanntesten Bauten Vogts zählen die Siedlung Auf dem Höli in Scherz (1973), das Wohnhaus Hirs in Mettmenstetten (1970) und eine Wohnsiedlung in Riehen (1986). Ende der 1960er-Jahre strebte Vogt danach, Möbeln durch abgerundete, gekurvte Umrisslinien, wie sie ihm aus dem Bootsbau vertraut waren, einen neuen Ausdruck zu verleihen. Vogts Möbel fügten sich in die Aufbruchsstimmung der 1960er-Jahre, die experimentelle Wohnformen, das Wohnen auf dem Boden und mit farbiger Ausstattung zelebrierte. Die Squadra-Schränke (1964) sind in ihrer Anmutung der Anti-Design-Bewegung verwandt, dabei aber immer funktional. 1969 gestaltete Vogt für die Thut AG Rollladenschränke, die er auch als Mobiliar für sein eigenes Wohnhaus in Scherz nutzte. Zusammen mit Ueli Berger, Eleonora Peduzzi-Riva und Heinz Ulrich entwarf Vogt 1970 für de Sede das modulare Sesselsystem DS 600 Organic, das sich durch den Raum schlängelt. Die Sitzelemente mit den unbegrenzten Ausbaumöglichkeiten wurden auch als «Polsterwurm» bekannt. In den 1970er-Jahren interessierte sich Vogt für Formen nomadischen Wohnens. Darüber hinaus ist er auch immer wieder in der Lehre tätig, z.B. ab 1974 als Dozent für Analyse, Entwurf und Konstruktion in der Architekturabteilung an der Fachhochschule beider Basel, 1979, 1993 und 1995 als Dozent an der Innenarchitekturklasse der Schule für Gestaltung Zürich und 1981–1983 als Gastdozent der ETH Zürich . (Andrea Eschbach)

Quelle:

Rüegg, Arthur (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel/Boston/Berlin 2002. www.stylepark.com/de/designer/klaus-vogt

Porträt Klaus Vogt
Abbildung: stylepark.com / Fotografie: unbekannt

Legendeno

Schrank (Prototyp), Squadra, 1964, Entwurf: Klaus Vogt, Dauerleihgabe: Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur Bern
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Schrank (Prototyp), Squadra, 1964, Entwurf: Klaus Vogt, Dauerleihgabe: Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur Bern
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Werbeprospekt, Marghitola – Squadra, um 1964, Auftrag: P+A Marghitola, Luzern, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK