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Schrank, Regal mit Faltvorhang Nr. 440, 1993
Kurt Thut
Schrank, Regal mit Faltvorhang Nr. 440
Kurt Thut,

Schrank, Regal mit Faltvorhang Nr. 440,
1993

Kurt Thut
*2025
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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Regal mit Faltvorhang Nr. 440 Kurt Thut Schrank
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Bei Willy Guhl (1915–2004) an der Zürcher Kunstgewerbeschule ausgebildet, übertrug Kurt Thut (1931–2011) für seine eigene Produktionsstätte moderne Gestaltungs-, Konstruktions- und Funktionsprinzipien auf den Möbelentwurf. Der Balgenschrank zelebriert die Anpassungsfähigkeit eines Möbels für ein junges Publikum.

Die Übernahme der väterlichen Schreinerei in Möriken löste bei dem 45-jährigen Designer und Architekten Kurt Thut nicht etwa Anpassungsgelüste ans Tradierte, sondern im Gegenteil einen Innovationsschub aus. Die Verbindung von Entwurfsatelier und Fabrikationsstätte nutzte er für eine Phase erfinderischen Pröbelns mit neuen Materialien und Techniken. Mehr als je zuvor setzte er auf das nomadische Wohnen der Nachkriegszeit, suchte nun die konstruktiven Ideen für seine leichten, mobilen Modelle aber ausserhalb der Möbelwelt. «Displacement of concepts» hat Alan Colquhoun das analoge Entwurfsmuster bei Le Corbusier genannt. Der leichte Aluminium-Turmkleiderschrank (1986) erinnert an das Aluminiumflugzeug Ju 52, das auseinanderziehbare Scherenbett (1990) basiert auf dem Prinzip des Plattenuntersatzes. Das Scherenprinzip wandte Thut auch beim Regal mit Faltvorhang (1987–1993) an. Nicht genug damit: er ersetzte die beschichteten Spanplatten dieses Modells durch einen Balgentunnel aus Polyurethan. Der Balgenschrank (1997) erinnert frappant an eine alte Fachkamera, wobei die präzise Aluminiumkonstruktion des mit Scherengitter und Kunststoffvorhang verschliessbaren Frontrahmens viel zu dieser Anmutung beiträgt. Je nach gewünschter Tablartiefe lässt sich der Schrank bis auf eine Tiefe von 60 Zentimeter ausfahren. Die aufwendig zelebrierte Anpassbarkeit ist wohl weniger dem funktionalen Nutzen verpflichtet als der Schärfung einer Idee: Thut hat sie zum Stilmittel gemacht. (Arthur Rüegg)

Schrank, Regal mit Faltvorhang Nr. 440, 1993
Entwurf: Kurt Thut
Herstellung: Thut Möbel AG, Möriken, CH
Material/Technik: Presspan, lackiert; Polyethylen mit Gitternetzarmierung
184 × 140 × 44 cm
Dauerleihgabe: Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur Bern
Literaturo

Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), 100 Jahre Schweizer Design, Zürich 2014, S. 292.

Alfred Hablützel u. a. (Hg.), Möbelgestaltung. Möbelerfindung. Am Beispiel Schweiz, Ausst.-Kat. Modus Möbel, Berlin 1988.

Köbi Gantenbein / Alfred Hablützel (Hg.): Thut-Möbel 1953 bis heute, Beilage zu Hochparterre 14 (2001), Heft 9.

Biografieo
Kurt Thut
Kurt Thut
*1931 in Möriken
†2011 in Zürich

Kurt Thut gehörte zu einer Generation von Gestaltern, die Schweizer Designgeschichte geschrieben haben. Nach der Lehre ging der Schreinersohn Anfang der 1950er-Jahre in Zürich auf die Kunstgewerbeschule zu Lehrern wie Willy Guhl. Anschliessend arbeitete er zwei Jahre im Büro des Architekten Hans Fischli. 1957–1960 war er Assistent an der Fachklasse für Innenausbau an der Kunstgewerbesschule in Zürich unter Hans Fischli. 1958 baute er ein Werkstattgebäude für den Vater und einige Wohnhäuser. Im selben Jahr war er zusammen mit Robert Haussmann und Hans Eichenberger einer der Mitbegründer der Kollektion Swiss Design, die von Alfred Hablützel lanciert und deren Produkte von Teo Jakob vertrieben wurden. 1961 eröffnete Thut sein eigenes Architektur- und Innenarchitekturbüro, in dem er von Anfang an auch Möbel entwarf, die er im Betrieb des Vaters produzieren liess. Der diplomierte Innenarchitekt übernahm die Schreinerei 1976 und gründete die Thut AG. Mit der zunehmend konstruktiven und kreativen Nutzung von neuen Materialien und Technologien entwickelte sich die Schreinerei ab Mitte der 1980er-Jahre zu einer flexiblen Fabrikations- und Montagewerkstatt. 1989–2011 arbeitete Kurt Thut intensiv mit Heinz Ryffel von der Seleform AG zusammen. Kurt Thut war gleichzeitig Entwerfer und Produzent seiner Produkte, wodurch seine Möbel eine besondere Stringenz erhalten. Die unter dem Markennamen Thut Möbel international vertriebene Kollektion zeichnet sich durch eine klare Modellreduktion auf brauchbare, erfinderisch konstruierte und innovativ funktionierende Möbeltypen aus. Thut war von der Idee geleitet, flexible Einrichtungsstücke für moderne Grosstadtnomaden zu entwickeln. Immer steckte in seinen Entwürfen auch eine Erfindung. Die technische Seite, die innovative Konstruktion waren ihm wichtig – aber stets auch der Gebrauchswert im Alltag. Das Ergebnis waren leichte, mobile und zusammenklappbare Möbel wie der Aluminium-Schrank (1986) mit zwei Fachtiefen, gebaut wie ein Flugzeug, das Scheren-Bett (1990) mit seiner stufenlosen Verstellbarkeit oder der faltbare, leichte Folien-Schrank (1994), der weltweit publiziert wurde und Kurt Thut in der internationalen Designszene den Durchbruch brachte. (Andrea Eschbach)

Quelle:

Rüegg, Arthur (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel/Boston/Berlin 2002.

Legendeno

Schrank, Regal mit Faltvorhang Nr. 440, 1993, Entwurf: Kurt Thut, Dauerleihgabe: Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur Bern
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Fotografie, Thut Balgenschrank Nr. 480, 1997, Fotografie: Alfred Hablützel, Dauerleihgabe: Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur Bern
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK