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Stuhl, Scobalit, 1948
Willy Guhl
Stuhl, Scobalit
Willy Guhl,

Stuhl, Scobalit,
1948

Willy Guhl
*2015
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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Scobalit Willy Guhl Stuhl
  • Scobalit Willy Guhl Stuhl
  • Scobalit Willy Guhl Stuhl
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Der zeitgleich mit dem Eames Plastic Chair entwickelte Stuhl Scobalit gilt als erster Kunststoffschalenstuhl Europas. Leider gelang es Willy Guhl (1915–2004) erst nach Jahren, einen Schweizer Produzenten für seine bahnbrechende Idee zu finden. Damals in kleiner Stückzahl und in unterschiedlichen Farben produziert, lässt er sich heute kaum mehr finden.

1946/47 entwickelte Willy Guhl, assistiert von seinem Bruder Emil, drei dem Körper angepasste Sitzformen aus Lehm. Sie bildeten die Grundlage für einen Liegestuhl, einen Fauteuil und einen Gartenstuhl. Der Sitzkomfort dieser Stühle kam ohne Polsterung aus, denn die Form ihrer Schalen war ein aus individuellen Körperformen und Sitzpositionen ermitteltes, anatomisch korrektes Negativ. Mit einer Reihe von Formstudien aus juteverstärktem Gips und Kunststoff studierten die Gebrüder Guhl die technischen Realisierungsmöglichkeiten des Gartenstuhls und gaben der Sitzschale eine selbstverständliche und schöne Form. Dieser an amerikanischen und skandinavischen Vorbildern orientierte Gestaltungsansatz der Nachkriegszeit vertrat Willy Guhl in der Schweiz als Pionier einer neuen, «weichen Sachlichkeit» und als Lehrer und Begründer der ersten Produktdesign-Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Zürich. Gedacht als wetterfester Stuhl für den Aussenbereich, kann der Gartenstuhl mit zwei Schrauben demontiert werden und gestapelt auf engem Raum überwintern. Unter dem Namen Scobalit – eine Abkürzung des Herstellernamens und gleichzeitig Bezeichnung der Materialentwicklung – produzierte die Zürcher Firma Scott Bader den ersten Kunststoff-Schalenstuhl Europas in kleiner Auflage aus mit Glasfasern verstärktem Polyester. Trotz der in Gestalterkreisen verbreiteten Skepsis gegenüber Kunststoff, dem beliebig verformbaren Material, zeichnete der SWB 1952 den Scobalit als erstes Kunststoffprodukt mit dem Prädikat «Die gute Form» aus. (Renate Menzi)

Stuhl, Scobalit, 1948
Entwurf: Willy Guhl
Herstellung: Scott Bader & Co. AG, Zürich, CH
Material/Technik: Polyester, glasfaserverstärkt, gelcoated; Stahlrohr
34 × 49 × 60 cm
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), 100 Jahre Schweizer Design, Zürich 2014, S. 148.

Peter Erni, «Neue Modernität – vage Zuversicht der Epoche: Willy Guhl und das Design der Nachkriegszeit», in: Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), Willy Guhl. Gestalter und Lehrer, Reihe Schweizer Design-Pioniere 2, Zürich 1985, S. 12–21.

Biografieo
Willy Guhl
Willy Guhl
*1915 in Stein am Rhein
†2004 in Hemishofen

Nach einer Möbelschreinerlehre ermöglichte ein Stipendium Willy Guhl das Studium an der Kunstgewerbeschule (1934–1938), mit der er zeit seines Lebens eng verbunden blieb. Er absolvierte dort die Klasse für Innenausbau bei Wilhelm Kienzle. Bereits 1941, zwei Jahre nach der Gründung seines eigenen Ateliers in Zürich, kehrte Guhl als Lehrer für Innenarchitektur an die Kunstgewerbeschule zurück, ab 1951 übernahm er die Leitung. Er veranlasste in der Folge den Ausbau einer Fachklasse, die 1971 eine der wenigen Ausbildungsstätten für Produktgestaltung in der Schweiz war. Willy Guhl stellte bereits 1959 den Kontakt zwischen Schule und Industrie her. Guhls Lehre und Arbeit an der Schule wirkten sich prägend auf eine neue Generation Schweizer Innenarchitekten und Produktgestalter aus. Zu seinen Schülern zählten viele spätere Designgrössen, unter anderem Andreas Christen, Robert Haussmann, Kurt Thut und Stefan Zwicky. Neben seiner Lehrtätigkeit arbeitete Guhl an einer Fülle von Aufträgen aus der Industrie, wie für die Stuhlfabrik Dietiker oder den Landmaschinenhersteller Aebi. Guhls Interesse an industrieller Fertigung und neuen Produktionsmethoden ging mit einer leidenschaftlichen Suche nach der ergonomisch und anatomisch richtigen Form einher. Bereits ab 1947 entwickelte er zusammen mit seinem Bruder Emil Sitzschalen, deren Form sich direkt von der Anatomie des sitzenden Menschen ableitete. In der Eternit-Sitzschleife (1954) demonstrierte Guhl, wie sich der Werkstoff Faserzement materialgerecht nutzen liess. Seine Maxime, mit geringem Aufwand das Optimum zu erreichen, setzte er darin beispielhaft um. Der Strandstuhl oder Gartensessel, wie er auch genannt wird, ist eine freitragende, in sich stabile Konstruktion. 1955 erhielt der Stuhl die Auszeichnung «Die gute Form», heute gilt er als Meilenstein der Designgeschichte. (Andrea Eschbach)

Quelle:

Arthur Rüegg (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel/Boston/Berlin 2002.
Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), Willy Guhl. Gestalter und Lehrer, Reihe Schweizer Design-Pioniere 2, Zürich 1985.

Porträt Willy Guhl
Abbildung: Archiv ZHdK / Fotografie: unbekannt

Legendeno

Stuhl, Scobalit, 1948, Entwurf: Willy Guhl
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Sitzschale zu Stuhl, Scobalit, 1948, Entwurf: Willy Guhl
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Studie zu Sitzformen, 1947, Entwurf: Willy Guhl
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Werbeblatt, Scobalit – Schalenstuhl, um 1951, Auftrag: Scott Bader & Co. AG, Winterthur, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK