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Stuhl, Seconda, 1982
Mario Botta
Stuhl, Seconda
Mario Botta,

Stuhl, Seconda,
1982

Mario Botta
*2024
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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Seconda Mario Botta Stuhl
  • Seconda Mario Botta Stuhl
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Die in den 1980er-Jahren geführte rege Debatte um postmoderne Architektur hatte einen fruchtbaren Dialog zwischen Design und Architektur zur Folge. So entwarf der Schweizer Architekt Mario Botta (geb. 1943) für die italienische Firma Alias zeitgeistige Sitzmöbel und präsentierte diese erstmals bei einer Modenschau von Giorgio Armani.

Mario Botta hatte seine unverwechselbare architektonische Formensprache bereits entwickelt, als ihn die italienische Firma Alias um den Entwurf für ein Sitzmöbel bat. Ein Stuhl von einem Baumeister, der ganz auf die elementare Geometrie von Würfeln oder Zylindern setzte? Die Herausforderung reizte Botta offensichtlich, denn er sah zwischen dem Entwurf eines Stuhls und dem eines Hauses keinen prinzipiellen Unterschied. In der Tat verwendete er für seinen ersten Versuch, das Modell Prima, den Würfel als Ausgangsfigur. Geschickt zeichnete er die Kanten des platonischen Körpers mit Flachstahl und Rohren so nach, dass eine einzige kontinuierliche Linie einen Sitz aus federndem Stahlblech und, als rückseitige Verlängerung über die Sitzhöhe hinaus, eine walzenförmige Rückenlehne tragen konnte. Nun war der Damm gebrochen: Botta produzierte in den nächsten Jahren zahlreiche Entwürfe für Stühle, Tische, ein Sofa, Tisch-, Steh- und Wandleuchten, ja sogar Karaffen und Vasen. Seconda ist der besonders interessante zweite Versuch zum Thema Stuhl. Durch das Einführen von Armlehnen erreichte Botta eine grössere Komplexität der Figur als bei der elementaren Prima. Ein rechtwinkliges Dreieck ergänzt nun auf beiden Seiten den Sitzwürfel und trägt die Rückentraverse mit den zwei harten Polyurethan-Rollen. Die mit Kunststoff-Rädchen vom Boden abgehobene, formal und technisch ausgefeilte Konstruktion ist eine Sitzskulptur – makellos, konzis, ikonisch. (Arthur Rüegg)

Armstuhl, Seconda, 1982
Entwurf: Mario Botta
Herstellung: Alias S.r.l., Grumello del Monte, Bergamo, IT
Material/Technik: Federstahl-Langlochblech und Stahlrohr, epoxidharzbeschichtet; Polyurethan (Rückenlehne)
72 × 52 × 58 cm
Donation: Alias S.r.l., Grumello del Monte, Bergamo, IT
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), 100 Jahre Schweizer Design, Zürich 2014, S. 287.

Mario Botta. Construire les objets. OEuvre design 1982–1989, Ausst.-Kat. Fondation Louis Moret, Martigny 1989.

Benedikt Loderer, «Stuhl ‹Seconda›, 1982. Mario Botta», in: Rüegg, Arthur (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel / Boston / Berlin 2002, S. 250f.

Biografieo
Mario Botta
Mario Botta
*1943 in Mendrisio

Mario Botta gilt als wichtigster Vertreter der Tessiner Schule. Er absolvierte 1958–1961 eine Lehre als Hochbauzeichner, bevor er 1964 ein Architekturstudium in Venedig begann. 1965 folgte ein Praktikum bei Le Corbusier. Während seiner Zeit als Mitarbeiter von Le Corbusiers Spitalbauprojekt machte Botta 1969 auch die Bekanntschaft Louis Kahns. Im selben Jahr diplomierte er bei Carlo Scarpa und Giuseppe Mazzariol und eröffnete anschliessend sein eigenes Architekturbüro. 1976 wurde er als Gastprofessor an die Ecole Polytechnique Fédérale in Lausanne berufen. Botta war von 1982 bis 1987 Mitglied der Eidgenössischen Kunstkommission und ist Ehrenmitglied des Bunds Deutscher Architekten (BDA) sowie des American Institute of Architects. Es folgten bis heute zahlreiche Preise, Auszeichnungen und Ehrenmitgliedschaften. Botta übt eine intensive Lehrtätigkeit aus, die 1996 in der Gründung der Architektur-Akademie in Mendrisio gipfelte. Botta arbeitet meist mit massiven Baumaterialien wie Naturstein oder Beton; Licht und Schatten sind in seinem Werk ebenso wichtig wie eine streng geometrische Formensprache. Zu seinen bekanntesten öffentlichen Bauten gehören die Kathedrale von Evry (1988–1990), das Museum of Modern Art in San Francisco (1990–1995) sowie das Tinguely-Museum in Basel (1995/96). Neben seinen Bauten entwirft Botta seit 1982 Möbel und seit Beginn der 1990er-Jahre auch Bühnenbilder. Wie Bottas Architektur leiten sich auch seine Möbel aus den geometrischen Grundformen Kreis, Kugel und Quadrat her. Bottas erste Stuhlentwürfe von 1982, Prima und Seconda für Alias, zählen mit ihren klaren, reduzierten geometrischen Formen zu den Klassikern der Designgeschichte. Botta entwarf darüber hinaus Beleuchtungskörper für die Firma Artemide, darunter die Leuchte Shogun (1985). Von 1998 bis 2000 gestaltete er in Zusammenarbeit mit dem Keramikatelier Rossicone auch eine Reihe von Keramikvasen, 2000 kreierte er für Alessi die Karaffen Tua und Mia sowie 2002 die Vase Tronco. (Andrea Eschbach)

Quelle:

Arthur Rüegg (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel/Boston/Berlin 2002.

Porträt Mario Botta, Fotografie: unbekannt, Abbildung: logoworks.com

Legendeno

Armstuhl, Seconda, 1982, Entwurf: Mario Botta, Donation: Alias S.r.l., Grumello del Monte, Bergamo, IT
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Skizzen zu Stuhl Prima und Seconda, 1982, Entwurf: Mario Botta
Abbildung: Jean-Paul Felley und Olivier Kaiser, Mario Botta: Oeuvre Design 1982–1989, Martigny 1989

Werbefotografie, Farbvariationen des Armstuhls Seconda, 2013, Entwurf: Mario Botta
Abbildung: Alias S.r.l., Grumello del Monte, Bergamo, IT