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Sessel, Sitwell 101, 1955
Hans Georg Bellmann
Sessel, Sitwell 101
Hans Georg Bellmann,

Sessel, Sitwell 101,
1955

*2013
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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Sitwell 101 Hans Georg Bellmann Sessel
  • Sitwell 101 Hans Georg Bellmann Sessel
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Bereits in den 1940er-Jahren experimentierten Industrieentwerfer in Europa und in den USA mit neuen, organisch-weichen Sitzformen. Mit dem Programm Sitwell gelang es Hans Bellmann (1911–1990) zusammen mit der Firma Strässle, Sitzschalen aus Polyester industriell zu produzieren. Die zeittypischen, mit farbigen Stoffen bezogenen Polstermöbel fanden ein grosses Echo.

Die ersten industriell gefertigten Fiberglasschalen Europas entstanden 1954 im Toggenburg. Zusammen mit der Firma Strässle Söhne in Kirchberg entwickelte Hans Bellmann, der nach dem Krieg mit seinen hölzernen Typenmöbeln für die Wohnbedarf AG Zürich/Basel Aufsehen erregt hatte, eine Serie neuartiger Sitzschalen aus glasfaserverstärktem Polyester (Stracolite). Unter Alex Strässle (geb. 1931), einem gelernten Polsterspezialisten, erreichte das 1886 gegründete Polstermöbelgeschäft damals mit wegweisenden Sitzmöbeln internationale Bedeutung. Bellmanns Sitwell-Kollektion schloss direkt an die 1950 bis 1953 von Charles und Ray Eames in den USA unternommenen Versuche mit Polyesterschalen an. Allerdings sind die Kunststoffoberflächen der Sitwell-Sofas, -Fauteuils, -Stühle und -Hocker nicht sichtbar. Sämtliche Modelle erhielten Schaumstoffpolster und – mit Ausnahme der Stühle – lose Kissen mit Textilbezug. Der grosse Fauteuil, lanciert mit dem zeittypischen Karostoff, bildete das Kernstück der Kollektion. Wie beim Plastic Armchair der Eames bilden die Armlehnen einen integrierenden Bestandteil der Gesamtform. Die Schale liegt gleichsam in einem schwarz gespritzten, hinten eigenwillig hochgezogenen Stahlrohrgestell. Zwar liess Bellmann von der ganzen Modellreihe später nur diese eine Ikone gelten, doch erfreute sich die gesamte Sitwell-Kollektion mit ihren zeittypisch-farbig bezogenen Schalen beim Publikum grosser Beliebtheit. (Arthur Rüegg)

Armsessel, Sitwell 101, 1955 (Nachbau 1995)
Entwurf: Hans Bellmann
Herstellung: Strässle Söhne AG, Kirchberg, CH
Material/Technik: Polyester, glasfaserverstärkt (Sitzschale); Stahlrohr lackiert; Polster mit Textilbezug
84 × 93 × 78 cm
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), 100 Jahre Schweizer Design, Zürich 2014, S. 188.

Arthur Rüegg / Ulrich P. Wieser, Hans Bellmann, Architekt und Industrie-Entwerfer. 1911–1990, Basel 1991.

Liana Bähler, «Kunststoff made in Switzerland», in: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hg.), Kunst+Architektur in der Schweiz, Design 48 (1997), Heft 3, S. 30–39.

Biografieo
Hans Georg Bellmann
Hans Georg Bellmann
*1911 in Turgi
†1990 in Wiggwil

Hans Bellmann gehört zu den profiliertesten Wegbereitern der klassischen Moderne in der Formgestaltung und hat die industrielle Gestaltung in der Schweiz nachhaltig beeinflusst. Nach seinem Studium am Bauhaus in Dessau und Berlin von 1931–1933 arbeitete er zunächst bei Ludwig Mies van der Rohe, kehrte aber 1934 in die Schweiz zurück. Ab 1946 lebte Bellmann als freier Architekt und Gestalter in Zürich und entwickelte eine ganze Reihe von Typenmöbeln aus Holz. 1951 übernahm er die Einrichtung der Ausstellung Kunst und Wohnkultur im Kunsthaus Luzern. 1934–1938 als Mitarbeiter der Zürcher Wohnbedarf AG und ab 1946 als freier Architekt und Industriedesigner entwickelte Bellmann für zahlreiche Unternehmen Produkte, die sich durch eine Ökonomie der eingesetzten Mittel und klare, präzise Formen auszeichneten. Seine frühen Möbel wie der Kolonialtisch (1944–1946) waren nicht nur leicht und sparsam konstruiert, sondern auch schnell zerlegbar. Eines seiner bekanntesten Möbel ist der Einpunktstuhl, auch Bellmann-Stuhl genannt, für Horgenglarus (1951/52), bei dem er eine Sperrholz-Sitzschale auf ein leichtes Metallgestell setzte und für deren Verbindung eine ausgesprochen elegante Lösung wählte: eine einzige Schraube. Das Prinzip des sparsamen Einsatzes der Mittel teilte Bellmann mit seinen Zeitgenossen wie Max Bill und Hans Gugelot. Ab Mitte der 1950er-Jahre entwarf er Möbelkollektionen für verschiedene, auch ausländische Hersteller. Von 1955 bis 1961 experimentierte Bellmann mit glasfaserverstärktem Polyester, als Resultat entstand die Sitwell-Kollektion für Strässle Söhne in Kilchberg, mit den ersten industriell gefertigten Fiberglasschalen Europas. Bellmann wirkte auch als Formberater für die Industrie, so beispielsweise für die Firma Alusuisse in Zürich (1970/71). Daneben war er auch immer wieder im In- und Ausland in der Lehre tätig. (Andrea Eschbach)

Quelle:

Arthur Rüegg (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel/Boston/Berlin 2002.

Porträt Hans Georg Bellmann, Fotografie: unbekannt, Abbildung: Archiv ZHdK

Legendeno

Armsessel, Sitwell 101, 1955 (Nachbau 1995), Entwurf: Hans Bellmann
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Werbeprospekt, Sitzmöbelprogramm Sitwell zu Katalog Derby Nr. 70 A, um 1957, Auftrag: Strässle Söhne AG, Kirchberg, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Leporello, Strässle Sitwell, 1956, Auftrag: Strässle Söhne AG, Kirchberg, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK