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Plakat, Tonhalle – Beethoven, 1955
Josef Müller-Brockmann
Plakat, Tonhalle – Beethoven
Josef Müller-Brockmann,

Plakat, Tonhalle – Beethoven,
1955

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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Tonhalle – Beethoven Josef Müller-Brockmann Plakat
  • Tonhalle – Beethoven Josef Müller-Brockmann Plakat
  • Tonhalle – Beethoven Josef Müller-Brockmann Plakat
  • Tonhalle – Beethoven Josef Müller-Brockmann Plakat
  • Tonhalle – Beethoven Josef Müller-Brockmann Plakat
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Mit den Arbeiten für die Zürcher Tonhalle aus den Jahren 1950 bis 1972 setzte Josef Müller-Brockmann (1914–1996) ganz neue visuelle Akzente im Konzertplakat. Für die Aufführung von Beethovens Coriolan-Ouvertüre gestaltete Müller-Brockmann 1955 ein Plakat, das durch den ausgewogenen Einsatz geometrischer Formen und die präzis positionierte Typografie zu den Höhepunkten seines Schaffens zählt.

Josef Müller-Brockmanns Konzertplakate für die Zürcher Tonhalle stiessen bei einem breiten Publikum zunächst auf heftige Kritik. Zu ungewohnt war ihr Ansatz, klassische Musik in einen harmonischen Rhythmus geometrischer Elemente zu übersetzen. Zum Beethoven-Plakat existieren unzählige Vorstudien, die über einen Zeitraum von gut zwei Monaten entstanden. Sie belegen eindrücklich, wie sehr Müller-Brockmann um die endgültige Bildfindung rang. Erste Skizzen zeigen noch geschlossene Kreise, die sich über die gesamte Fläche hin verteilen. Diese brach Müller-Brockmann folgend in Bögen auf. Ausgehend vom innersten Bogen wiederholen sie sich zum Bildrand hin und verdoppeln ihr Breitenmass jeweils im Verhältnis 1:2 zum vorherigen Bogen. Der rein informative Text ist gemäss den Regeln der Neuen Typografie in konsequenter Kleinschreibung gehalten. Der linke Rand des Haupttextblockes bildet dabei eine vertikale Achse, die von einem der unteren und einem der oberen Bögen fortgesetzt wird. Das Beethoven-Plakat besticht durch seine ausgeklügelte Balance von mathematischer Logik und visuellem Experiment. Gleichzeitig belegt es aber auch, wie stark sich Müller-Brockmann mit der zur Aufführung gebrachten Musik auseinandersetzte und nach einer adäquaten visuellen Übertragung des Hörerlebnisses suchte: Der charakterliche Zwiespalt des Helden Coriolan, zwischen aufbrausendem Temperament und geradlinigem Handeln schwankend, findet in Beethovens Ouvertüre ebenso seinen Ausdruck wie in Müller-Brockmanns Plakat. Bettina Richter

Plakat, Tonhalle – Beethoven, 1955
Erscheinungsland: Schweiz
Gestaltung: Josef Müller Brockmann
Auftrag: Tonhalle-Gesellschaft, Zürich, CH
Material/Technik: Offset
127.5 x 90 cm
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Lars Müller, Josef Müller-Brockmann, Ein Pionier der Schweizer Grafik, Baden 1994/2001.

Kerry Purcell, Josef Müller-Brockmann, New York 2006, S. 160–163.

Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), Josef Müller-Brockmann, Poster Collection 25, Zürich 2014.

Phaidon (Hg.), The Phaidon Archive of Graphic Design, Berlin 2012, ID H020.

Biografieo
Josef Müller-Brockmann
Josef Müller-Brockmann
*1914 in Rapperswil
†1996 in Zürich

Joseph Müller-Brockmann steht mit seinem grafischen Werk und seinen theoretischen Schriften stellvertretend für den Swiss Style der Nachkriegszeit. Nach Abbruch der Grafikerlehre war er zunächst Hospitant an der Kunstgewerbeschule Zürich. Ab 1934 arbeitete er im eigenen Atelier als Grafiker und Illustrator und fand in der Schaufenstergestaltung ein wichtiges Betätigungsfeld. Nach Kriegsende gewannen Bühnenbild und Theaterplakat an Bedeutung. Anfang der 1950er-Jahre wandte er sich zunehmend von der Illustration ab und suchte nach einer sachlich-konstruktiven, universal verständlichen Sprache in der visuellen Kommunikation. Erste Plakataufträge erhielt Müller-Brockmann von der Zürcher Tonhalle, für die er bis 1972 Plakate gestaltete. 1952 gewann er einen vom Automobil Club der Schweiz (ACS) lancierten Wettbewerb mit seinem Plakat Schützt das Kind!, für das er mit dem Fotografen Ernst A. Heiniger zusammenarbeitete. Internationale Anerkennung fand Müller-Brockmann durch sein Referat auf der International Design Conference in Aspen/Colorado. 1958 war er Mitbegründer der Zeitschrift Neue Grafik, die bis 1965 in 18 Nummern erschien. Ab den 1960er-Jahren war Müller-Brockmann als Berater und Gestalter des Corporate Designs für die Rosenthal-Porzellanwerke sowie für die Max Weishaupt GmbH tätig, von 1967 bis 1988 war er Designberater von IBM Europa. 1967 gründete er gemeinsam mit drei anderen Partner die Werbeagentur Müller-Brockmann + Co., die er jedoch von 1976 bis 1984 allein weiterführte. Unter anderem wirkte Müller-Brockmann in dieser Zeit als Berater und Gestalter für Olivetti, die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und das Kunsthaus Zürich. Müller-Brockmann wurde mit zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gewürdigt. Der Verleihung des Brunel Awards in den Jahren 1985, 1987 und 1994 folgten weitere internationale Auszeichnungen. (Andrea Eschbach)

Quelle:

Lars Müller, Josef Müller-Brockmann, Ein Pionier der Schweizer Grafik, Baden 1994/2001. Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), Josef Müller-Brockmann, Poster Collection 25, Zürich 2014.

 

Porträt Josef Müller-Brockmann, Foto: unbekannt Abbildung: www.buamai.com

Legendeno

Plakat, Tonhalle – Beethoven, 1955, Schweiz, Gestaltung: Josef Müller Brockmann
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Plakatentwurf, (ohne Text), 1955, Gestaltung: Josef Müller Brockmann, Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Plakatentwurf, (ohne Text), 1955, Gestaltung: Josef Müller Brockmann, Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Plakatentwurf, (ohne Text), 1955, Gestaltung: Josef Müller Brockmann, Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Plakatentwurf, (ohne Text), 1955, Gestaltung: Josef Müller Brockmann, Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

SRF On Air Design, (Sendung 10vor10), 2012, Gestaltung: SRF Gestaltung & Marketing, Creative Director: Alex Hefter, Art Director: Severine Waibel , Leiter Design & Promotion: Patrick Arnecke, Senior Designer: Tinu Bernhard / Jürg Dummermuth
Abbildung: Schweizer Radio und Fernsehen, SRF, Zürich, CH

Das Design für das Keyvisual der Sendung 10vor10 von SRF erinnert an Müller-Brockmanns berühmtes Beethoven-Plakat, wenngleich hier die konzentrischen Ringe nicht in einer streng formalen, mathematischen Logik angeordnet sind, sondern aus distanzierter Sicht die Kontinente abbilden. Das Anliegen der Gestalter war es, im Gegensatz zum Keyvisual der Tagesschau – einer Kugel – hier den fokussierten, nicht ortsgebundenen Blick auf die Welt darzustellen, den die Sendung 10vor10 verfolgt. Das Keyvisual will mithin die Vielfalt in der Einheit aufzeigen.