Das ist die eGuide-Nummer des Objekts. Sie finden sie in der Ausstellung bei ausgewählten Objekten.
Das ist die Standort-Nummer des Objekts.
Klicken Sie hier, um zum Hauptmenü zu gelangen.
Klicken Sie hier, um die Sprache zu ändern.
Klicken Sie hier, um die Schriftgrösse zu ändern und sich anzumelden.
Klicken Sie hier, um den Standort des Objekts anzuzeigen.
Vergrössern Sie Bilder mit zwei Fingern, rotieren Sie 360°-Bilder mit einem Finger. Schieben Sie ein Bild weg, um zum nächsten zu gelangen.
Klicken Sie hier für Hintergrundinformationen, Biografien, Legenden etc.
Klicken Sie hier, um sich Sprechtexte oder Tondateien anzuhören.
Teilen Sie ein Objekt.
Laden Sie es als PDF herunter.
Oder fügen Sie es zu den gespeicherten Objekten hinzu.
 
Plakat, Vevey, 1948
Viktor Rutz (Ruzo)
Plakat, Vevey,
Viktor Rutz (Ruzo),

Plakat, Vevey,
1948

Viktor Rutz (Ruzo)
*4044
g
[{"lat":47.383202524971914,"lng":8.536109815396301},{"floor":"floorplan-2"}]
UG
EG
1
2
2
Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Vevey Viktor Rutz (Ruzo)
  • Vevey Viktor Rutz (Ruzo)
6
7
DE-400344.mp3
j

Im vollen Bewusstsein ihrer körperlichen Vorzüge präsentiert sich Viktor Rutz’ (1913–2008) schöne Badende dem Betrachter. Sie zeugt damit vom kulturellen Epochenwandel, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg nicht zuletzt in den Frauen- und Männerbildern der Werbung manifestierte.

1935 löste Viktor Rutz mit einem Plakat für Arosa einen kleinen Skandal aus. Seine Protagonistin trägt einen Bikini, der zu dieser Zeit noch keineswegs verbreitet war. In der detailgenauen, fotorealistischen Wiedergabe zeichnen sich Brüste und Brustwarzen deutlich unter dem nassen Oberteil ab. Die offensichtliche Erotik des Plakats führte vor allem in katholischen Kreisen zu massiven Protesten. In Zürich wurde der Plakataushang verboten, in allen Bahnhöfen der SBB wurde die Brustpartie überklebt.
Von Protesten gegen Rutz’ Plakat für Vevey von 1948 ist hingegen nichts bekannt. Hier bettete Rutz seine kurvenreiche Schönheit in eine mythologische Komposition ein. Lächelnd und selbstsicher präsentiert sich diese Zeitgenossin im modischen Bikini dem Betrachter. Im Hintergrund erkennt man züchtig gekleidete Frauen inmitten von Blumen und Trauben, Sinnbilder der Fruchtbarkeit. Vevey und Venus – nicht zufällig spielt das Plakat mit dieser Alliteration, erinnert es doch unmittelbar an Botticellis berühmtes Gemälde der Göttin der Liebe und des erotischen Begehrens. (Bettina Richter)

Plakat, Vevey, 1948
Erscheinungsland: Schweiz
Gestaltung: Viktor Rutz
Auftrag: Office du Tourisme, Vevey, CH
Material / Technik: Lithografie
101 × 61 cm
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Bettina Richter, «Von der androgynen Sportlerin zur verführerischen Venus», in: Kunst + Architektur, Nr. 2 (2013), S. 56–63.

Willy Rotzler u.a. (Hg.), Das Plakat in der Schweiz, Schaffhausen 1990.

Biografieo
Viktor Rutz (Ruzo)
Viktor Rutz (Ruzo)
*1913 in Straubenzell
†2008 in Montreux

Viktor Rutz absolvierte von 1928 bis 1931 eine Lehre als Mode- und Warenhauskatalogzeichner. Bis in die 1950er-Jahre hinein verdiente er sich seinen Lebensunterhalt als Plakatgestalter. 1945 zog Rutz nach Vevey, wo er sich fortan unter dem Namen Ruzo vor allem der Malerei widmete. Ab 1960 lebte er in Montreux, gründete 1988 die Fondation Ruzo und trieb die Errichtung eines Museums und Archivs voran. Die Lähmung und Erblindung seiner jüngsten Tochter im Jahr 1979 führten dazu, dass sich die Eltern in den kommenden Jahren vor allem deren Pflege widmeten. In einem verheerenden Brand kam 1997 die behinderte Tochter ums Leben, zudem fielen rund 5000 Bilder des Malers dem Feuer zum Opfer. Dennoch fand Ruzo die Kraft, sich wieder seiner Kunst zu widmen und eröffnete 1990 einen neuen Museumsbau. Im künstlerischen Schaffen Ruzos, das die amerikanische Mäzenin Florence Gould seit den 1950er-Jahren wesentlich unterstützte, dominiert das Drehbild der universalen Philosophie. Das Gemälde beschäftigte Ruzo von 1952 bis 1967 und fasst das menschliche Leben in die universalen Themen Geburt, Liebe und Tod zusammen. 1964 vertrat er auf der Weltausstellung in New York die Schweiz im Landespavillon. Neben öffentlichen Aufträgen für Wandbilder und Kunst am Bau experimentierte Ruzo immer wieder mit unterschiedlichen Techniken. Sein umfangreiches Plakatœuvre umfasst rund 200 Plakate für unterschiedlichste Auftraggeber, seine Arbeiten für Persil, Villiger-Stumpen, Schaffhauser Wolle und viele andere Produkte haben in den 1930er- und 1940er-Jahren die Konsumgüterwerbung stark geprägt. (Andrea Eschbach)

Quelle:

Willy Rotzler u.a. (Hg.), Das Plakat in der Schweiz, Schaffhausen 1990.
http://poster-auctioneer.com/flip_book/cat/plakatgestalter

Portrait Viktor Rutz (Ruzo)
Abbildung: www.ruzo.ch / Fotografie: unbekannt

Legendeno

Plakat, Vevey, 1948, Schweiz, Gestaltung: Viktor Rutz
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Plakat, Herrliches Arosa, 1935, Schweiz, Gestaltung: Viktor Rutz
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Gemälde, Die Geburt der Venus, um 1485/86, Künstler: Sandro Botticelli
Abbildung: https://www.uffizi.it/en/artworks/birth-of-venus