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Steiger-Stapelstuhl, Wohnbedarf Modell 7, Exemplar Sigfried Giedion, 1931–1932
Flora Steiger-Crawford
Steiger-Stapelstuhl, Wohnbedarf Modell 7, Exemplar Sigfried Giedion
Flora Steiger-Crawford,

Steiger-Stapelstuhl, Wohnbedarf Modell 7, Exemplar Sigfried Giedion,
1931–1932

Flora Steiger-Crawford
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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Wohnbedarf Modell 7, Exemplar Sigfried Giedion Flora Steiger-Crawford Steiger-Stapelstuhl
  • Wohnbedarf Modell 7, Exemplar Sigfried Giedion Flora Steiger-Crawford Steiger-Stapelstuhl
  • Wohnbedarf Modell 7, Exemplar Sigfried Giedion Flora Steiger-Crawford Steiger-Stapelstuhl
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Der von Flora Steiger-Crawford (1899–1991) für das Zett-Restaurant entworfene stapelbare Freischwinger ist das kompakte Gegenstück zum Stapelstuhl Alvar Aaltos, den die Wohnbedarf AG gleichzeitig herausbrachte. Er verkaufte sich im Jahr 1932 fast dreimal besser als sein Counterpart.

Am Stauffacher bauten die Architekten Hubacher & Steiger 1930 bis 1932 das erste moderne Geschäftshaus Zürichs. Eingezwängt hinter dem grosszügig geschwungenen Büroblock und dem Kino mit dem neuartigen Schiebedach plante Flora Steiger-Crawford – die Ehefrau Rudolf Steigers – einen Wohn- und Restauranttrakt: «Es war ein Höllenmurks». Als positiv empfand sie die Aufgabe, das «Zett-Restaurant» und dessen Garten selbständig planen und einrichten zu können. Die relativ nüchternen Räume waren spannungsvoll auf mehrere Niveaus verteilt; ein mehrgeschossiger Pfeiler trug die Speisekarte. Die Aussenbeschriftung stammte von Max Bill. Das faszinierendste Entwurfsthema lieferte der kompakte Stapelstuhl, der den Charakter der Räume bestimmen sollte. Das raffiniert-einfache Modell mit dem abgekröpften und am Rücken verdrehten Stahlbandgestell und einem Sitz mit Joncgeflecht (für das Restaurant) oder mit Sperrholz (für den Garten) ist das kompakte Gegenstück zum «hybriden» Stapelstuhl Alvar Aaltos, den die Wohnbedarf AG ebenfalls 1932 herausbrachte. Die Embru-Werke Rüti produzierten Flora Steigers Entwurf mit einem schmaleren Holzrücken sowie zusätzlich mit Armlehnen, was die Entwerferin wenig schätzte. Obwohl ihr Opus magnum beim international orientierten Sigfried Giedion nicht die gleichen Elogen hervorzurufen vermochte wie Aaltos «Ei des Kolumbus für Restaurants, Bars oder Kaffees», verkaufte es sich 1932 fast dreimal besser. (Arthur Rüegg)

Steiger-Stapelstuhl, Wohnbedarf Modell 7, Exemplar Sigfried Giedion, 1931–1932
Entwurf: Flora Steiger Crawford
Produktion: Wohnbedarf AG, Zürich / Basel, CH
Herstellung: Embru-Werke AG, Rüti, CH
Material/Technik: Sperrholz, lackiert; Joncgeflecht; Flachstahl
78.5 × 57 × 45.5 cm
Donation: Arthur Rüegg
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), 100 Jahre Schweizer Design, Zürich 2014, S. 109.

Arthur Rüegg, «Nemo propheta in patria», in: Teppo Jokinen / Bruno Maurer, «Der Magus des Nordens» – Alvar Aalto und die Schweiz, Zürich 1998, S. 119–133.

Arthur Rüegg, «Die Möbel», in: Jutta Glanzmann (Hg.), Flora Steiger-Crawford 1899–1991, Zürich 2003, S. 140–151.

Biografieo
Flora Steiger-Crawford
Flora Steiger-Crawford
*1899 in Bombay
†1991 in Zürich

Flora Steiger-Crawford nimmt in der Schweizer Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts eine wichtige Stellung ein. Als erste Frau überhaupt schloss sie 1923 ihr Architekturstudium an der ETH Zürich mit einem Diplom ab. Im Jahr darauf gründete sie mit ihrem Ehemann Rudolf Steiger eine Arbeitsgemeinschaft, die das Haus Sandreuter in Riehen realisierte, das als Auftakt zum Neuen Bauen in der Schweiz gilt. 1927/28 bauten Flora und Rudolf Steiger das Haus von Carl Steiger in Kilchberg bei Zürich – ein Frühwerk der Schweizer Moderne, das das Ehepaar auch mit eigenen Möbelentwürfen ausstattete. Für das Wohn-/Esszimmer gestalteten sie zwei Schreibkorpusse, die unter einen zierlichen Schreibtisch geschoben werden konnten. Der Rollkorpus ist charakteristisch für die beweglichen, für Wohnbereich und Büro gleichermassen geeigneten Typenmöbel der frühen 1930er-Jahre. Die Einrichtung ist ein Beleg für die nur wenig bekannte Pionierrolle der beiden Architekten als Möbelentwerfer, deren Konzepte von der schnörkellosen Umsetzung einer funktionellen Idee geprägt waren. Für das 1930–1932 realisierte Zett-Haus entstand auch der Stapelstuhl Steiger, ein kompakter Stuhl mit einem abgekröpften Stahlbandgestell und einem Sitz aus Sperrholz oder Jonc-Geflecht, der im dortigen Restaurant Platz fand. Neben Möbeln entwarf Flora Steiger-Crawford auch einige Leuchten wie beispielsweise eine höhenverstellbare Metall-Ständerleuchte mit einem auf biegsamem Metallschlauch befestigten Pergamentschirm (um 1928). In den 1930er-Jahren konzentrierte sich Flora Steiger-Crawford neben der Mitarbeit an mehreren Gemeinschaftsprojekten im Architekturbüro ihres Mannes zunehmend auf eigene Entwürfe von Einfamilienhäusern und Inneneinrichtungen. 1938 zog sie sich aus dem Architektenberuf zurück und widmete sich ganz ihrer bildhauerischen Tätigkeit. (Andrea Eschbach)

Quelle:

Rüegg, Arthur (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel/Boston/Berlin 2002.
Steiger-Crawford, Flora, Dokumente zur modernen Schweizer Architektur, Zürich 2003.

Porträt Flora Steiger-Crawford
Abbildung: Institut für Geschichte und Theorie der Architektur gta (Hg.), Flora Steiger-Crawford 1899–1991, Zürich 2003 / Fotografie: unbekannt

Legendeno

Steiger-Stapelstuhl, Wohnbedarf Modell 7, Exemplar Sigfried Giedion, 1931–1932, Entwurf: Flora Steiger Crawford, Donation: Arthur Rüegg
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Steiger-Stapelstuhl, 1931–1932, Entwurf: Flora Steiger Crawford, Donation: Arthur Rüegg
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Seite aus Wohnbedarf-Katalog, Steiger-Stapelstuhl, 1932/33, Gestaltung: Herbert Bayer
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Fotografie, von Flora-Steiger-Crawford gestaltetes Restaurant im Zett-Haus, Zürich, 1932, Fotografie: Hans Finsler
Abbildung: gta Archiv, ETH Zürich