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Kissenplatte, (ohne Titel), 1916
Sophie Taeuber-Arp
Kissenplatte, (ohne Titel)
Sophie Taeuber-Arp,

Kissenplatte, (ohne Titel),
1916

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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • (ohne Titel) Sophie Taeuber-Arp Kissenplatte
  • (ohne Titel) Sophie Taeuber-Arp Kissenplatte
  • (ohne Titel) Sophie Taeuber-Arp Kissenplatte
  • (ohne Titel) Sophie Taeuber-Arp Kissenplatte
  • (ohne Titel) Sophie Taeuber-Arp Kissenplatte
  • (ohne Titel) Sophie Taeuber-Arp Kissenplatte
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Die Kissenplatte ist ein sprechendes Beispiel für die sorgfältig austarierte Balance von Farben und Formen, die das angewandte wie auch das freie Schaffen der Schweizer Künstlerin Sophie Taeuber-Arp (1889–1943) bestimmte.

Auf Stramin, einem gitterartigen Gewebe als Stickgrund, hat die noch unverheiratete Sophie Taeuber die Kissenplatte in fünf gleichartige Reihen unterteilt. Zwischen quadratischen und rechteckigen monochromen Feldern platzierte sie abstrahierte Blumen und Laufvögel als figurative Motive, die durch wechselnde Standorte auf den Streifen der Komposition eine kinetische Komponente erzeugen. Taeuber hat das von Rottönen dominierte Kissen eigenhändig in akkurater Kreuzstichstickerei ausgeführt und damit eine Ikone der eigenen Gestaltungstechnik geschaffen. Entgegen dem gängigen Usus, textile Untergründe lediglich zu dekorieren, nahm Taeuber die ganze Fläche in den Blick. Nach dem Besuch der Zeichnungsschule für Industrie und Gewerbe in St. Gallen und kunstgewerblichen Studien in München und Hamburg zog Taeuber 1914 nach Zürich, wo sie vom Verkauf kunstgewerblicher Arbeiten lebte. 1916 übernahm sie an der Kunstgewerbeschule die neu gegründete Fachstelle für Sticken, wo sie sich bis 1929 ihren Lebensunterhalt verdiente. Als Allrounderin im Feld des Handarbeitens lenkte sie die vormals floralen Stickereien ihrer Schülerinnen auf geometrische Wege und wies ihnen neue Möglichkeiten der Gestaltung für Raumtextilien wie Teppiche, Kissen oder die damals omnipräsenten «Deckchen». Gemeinsam mit ihrer Lehrerkollegin Blanche Gauchat legte Taeuber 1927 die Anleitung zum Unterricht im Zeichnen für textile Berufe vor, ein Manual, dem nicht nur ihre bekanntesten Schülerinnen Elsi Giauque, Lucie Welti und Ida Störi folgten. Hierin führte sie auf gekonnte Weise die systematische Stickerei mittels Reihung und Spiegelung sowie die Verwendung von Negativformen ein und hob diese weit über die bis dahin übliche Dekoration heraus. (Sabine Flaschberger)

Kissenplatte, 1916
Entwurf/Ausführung: Sophie Taeuber-Arp
Material/Technik: Baumwolle, Wolle, Kreuzstichstickerei
53 x 52 cm
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Sophie Taeuber/Blanche Gauchat, Kunstgewerbeschule der Stadt Zürich, Anleitung zum Unterricht im Zeichnen für textile Berufe, Zürich 1927

Museum für Gestaltung Zürich, Sabine Flaschberger (Hg.), Lasst die Puppen tanzen / Turn the Puppets Loose, Sammeln heisst forschen / Collecting as Research, Bd. 3, Zürich 2017.

Sophie Taeuber-Arp, Heute ist morgen, Aarau/Zürich 2014

Biografieo
Sophie Taeuber-Arp
Sophie Taeuber-Arp
*1889 in Davos
†1943 in Zürich

Nach kunstgewerblichen Studien in München und Hamburg liess sich Sophie Taeuber 1914 in Zürich nieder. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie durch kunstgewerbliche Auftragsarbeiten. 1915 lernte sie Hans Arp kennen, über den sie Zugang zu den avantgardistischen Literatur- und Kunstkreisen fand. An der Dada-Szene Zürichs beteiligte sie sich unter anderem als Tänzerin. Von 1916 bis 1929 war sie als Lehrerin für textiles Entwerfen an der Kunstgewerbeschule Zürich tätig, wo sie im Unterricht neue Massstäbe setzte. Für die Schweizerische Werkbundausstellung in Zürich schuf Sophie Taeuber 1918 einen Satz von 17 konstruktiven Marionetten zum dadaistisch überarbeiteten Puppenspiel König Hirsch. 1922 heiratete sie Hans Arp, es folgten gemeinsame Reisen und künstlerische Projekte wie die bekannten Duo-Collagen. 1925 war Taeuber-Arp Jurymitglied und ausstellende Künstlerin in der Schweizer Abteilung der Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Arts Industriels in Paris. Einen bedeutenden Auftrag erhielt das Ehepaar 1926 mit dem Umbau des Unterhaltungszentrums Aubette in Strassburg. 1929 zog das Paar nach Paris, um sich – als Teil der Pariser Kunstszene – der freien Kunst zu widmen. Als «entartet» verfemt, flohen sie 1940, kurz vor der Okkupation von Paris, nach Südfrankreich und erwogen, in die USA zu emigrieren. Ende 1942 flohen sie nach Zürich, wo sie sich um eine Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz bemühten. Durch einen tragischen Unfall starb Sophie Taeuber-Arp im Haus des befreundeten Ehepaars Binia und Max Bill. (Andrea Eschbach)

Quelle:

Arthur Rüegg (Hg.), Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert, Basel/Boston/Berlin 2002.

Porträt Sophie Taeuber-Arp
Abbildung: Archiv ZHdK / Fotografie: unbekannt

Legendeno

Kissenplatte, 1916, Entwurf/Ausführung: Sophie Taeuber-Arp
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Glasperlenhalskette, 1919, Entwurf/Ausführung: Sophie Taeuber-Arp
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Perlbeutel, um 1917, Entwurf/Ausführung: Sophie Taeuber-Arp
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Perlbeutel, um 1919, Entwurf/Ausführung: Sophie Taeuber-Arp
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Deckchen, um 1915, Entwurf/Ausführung: Sophie Taeuber-Arp
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Tülldecke, 1922, Entwurf/Ausführung: Sophie Taeuber-Arp
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Fotografie, Ausstellungsansicht der Marionettenbühne von Sophie Taeuber-Arps König Hirsch in Lasst die Puppen tanzen, 2017, Museum für Gestaltung Zürich, Fotografie: Betty Fleck
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Ausstellungstexto
Kissenplatten

Die Kissenplatte erweist sich als ideales Format, um Formen und Farben sorgfältig auszubalancieren. Sophie Taeuber-Arp (1889 – 1943) behandelt diese als eigenständigen Bildträger, indem sie monochromen Rechtecken und Quadraten abstrahierte Blumen und Laufvögel als figurative Elemente gegenübersetzt. In fünf Bänder gegliedert, entfaltet ihre Stickerei auf dem Raster des gewebten Untergrunds geradezu kinetische Qualitäten. Ihre Schülerin Lucie Welti (1895 – 1988) wiederum entwickelt in Kreuzstichtechnik eine malerische Stadtansicht im Stil des Art déco mit hell erleuchteten markanten Gebäuden und einem einfahrenden Dampfer als Metapher des Fernwehs.