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Finaler Entwurf für Umschlag Fachzeitschrift, DQL – Design Quarterly: Fifty Years, 1995
Wolfgang Weingart
Finaler Entwurf für Umschlag Fachzeitschrift, DQL – Design Quarterly: Fifty Years
Wolfgang Weingart,

Finaler Entwurf für Umschlag Fachzeitschrift, DQL – Design Quarterly: Fifty Years,
1995

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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • DQL – Design Quarterly: Fifty Years Wolfgang Weingart Finaler Entwurf für Umschlag Fachzeitschrift
  • DQL – Design Quarterly: Fifty Years Wolfgang Weingart Finaler Entwurf für Umschlag Fachzeitschrift
  • DQL – Design Quarterly: Fifty Years Wolfgang Weingart Finaler Entwurf für Umschlag Fachzeitschrift
  • DQL – Design Quarterly: Fifty Years Wolfgang Weingart Finaler Entwurf für Umschlag Fachzeitschrift
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Wolfgang Weingart im Gespräch, Ausstellungsdokumentation
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Wolfgang Weingart (geb. 1941) nutzte die Techniken seiner Zeit für gestalterische Experimente. In den 1990er-Jahren reizte ihn der Farbkopierer. Durch Wechseln des Farbtoners und Überdrucken des bereits bedruckten Papiers erzeugte er Farbmuster, die er auschnitt und mit anderen analogen oder digitalen Mustern zu Collagen montierte.

Wolfgang Weingart verstand es, alte und neue Techniken zu verbinden – in seiner eigenen Arbeit wie auch in seinem Typografie-Unterricht an der Schule für Gestaltung Basel. Mitte der 1980er-Jahre war sein Atelier mit Bleiwerkstatt, Dunkelkammer, Fotokopierer, fünf Macintosh-Computern und zwei Druckern ausgestattet. Dazu kam in den 1990er-Jahren der Farbkopierer. Die Geräte dienten ihm und seinen Studenten vor allem als Experimentierwerkzeug. Um 1995 nahm Weingart an einem geladenen Wettbewerb der Fachzeitschrift Design Quarterly teil, die sich zu ihrem 50. Geburtstag einen neuen Umschlag wünschte. Weingart gewann den Wettbewerb zwar nicht, machte jedoch mit den Initialen D, Q und L interessante Experimente auf dem Farbkopierer. Durch das Wechseln der farbigen Tonerkassetten (Rot, Grün, Schwarz) konnte er mehrschichtige Farbüberdrucke erzeugen. Davon schnitt er die Buchstaben aus, bemalte oder bekritzelte einige in Weiss, kopierte oder überdruckte sie nochmals und montierte sie zu Collagen. Während des Erkundens möglicher Farb- und Strukturkombinationen entstanden Serien von Entwurfsvarianten. Vergleichbar verfuhr Weingart mit dem Computer. Er setzte ihn nur zur Erzeugung von Mustern und nicht als Layoutinstrument ein. So auch beim finalen DQL-Entwurf: Der mit MacPaint generierte Handschriftzug «Fifty Years» ist ein aufgeklebtes Muster. Zur Fixierung der Collage als Druckvorlage legte Weingart eine Glasplatte darauf und fotografierte sie mit der Reprokamera. (Barbara Junod)

Finaler Entwurf Fachzeitschriftenumschlag, DQL, 1995
Gestaltung: Wolfgang Weingart
Auftrag: Design Quarterly, Toronto, CA
Material/Technik: Xerografie; Papiercollage
28.1 × 21.7 cm
Donation: Wolfgang Weingart
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Barbara Junod, «Filmüberlagerungen als Collage», in: Weingart Typografie. Ausstellungstexte und Forschungsbericht, Begleitheft zur Ausstellung, Zürich 2014, o.S.

Wolfgang Weingart, Typography. My Way to Typography /Wege zu Typographie, Baden 2000, S. 132–133, 381–383, 389.

Wolfgang Weingart, «How Can One Make Swiss Typography?», in: Octavo 87.4, London 1987, o.S.

Biografieo
Wolfgang Weingart
Wolfgang Weingart
*1941 in Salemertal

Wolfgang Weingart besuchte von 1958 bis 1960 die Merz-Akademie in Stuttgart, wo er erstmals mit dem Schriftsetzen in Berührung kam. Es folgte eine Lehre als Schriftsetzer in der Stuttgarter Druckerei Ruwe, deren Hausgrafiker ihn mit der Schweizer Typografie vertraut machte. Schon seine Lehrstücke zeigten Merkmale der Schweizer Typografie: der unbedruckte Raum, der mitgestaltet wird, der Bezug der Elemente zueinander sowie die klare, asymmetrische Gliederung und formale Reduktion. Zur wichtigen Inspirationsquelle wurde auch die Grafik der «expressiven» Moderne eines El Lissitzky oder Kurt Schwitters. Von 1964 bis 1965 bildete sich Weingart an der Kunstgewerbeschule Basel bei Emil Ruder und Armin Hofmann weiter. Hier erlernte er die gestalterischen Grundlagen, experimentierte mit dem Buchstaben M und setzte autodidaktisch Kompositionen aus manipulierten Buchstaben sowie Blei- und Messinglinien im Hochdruck um. 1969 publizierte er sein typografisches Manifest in Form einer expressiven Blattserie, worin er den modernen Mythos der optimalen Lesbarkeit in Frage stellte. Mitte der 1970er-Jahre waren für ihn die Möglichkeiten des Hochdrucks ausgereizt. Er begann, Bild und Schrift mittels transparenter Lithofilme zu überlagern und nahm damit das digitale Sampling des postmodernen New Wave vorweg. Seit 1968 vermittelte Weingart sein typografisches Wissen an der Weiterbildungsklasse für Grafik der Schule für Gestaltung Basel, wo er 1984 den ersten Apple-Macintosh-Computer einführte und die Verbindung analoger und digitaler Techniken förderte. Sein Unterricht wie auch seine weltweit gehaltenen Vorträge und Workshops prägten mehrere Generationen von Gestalter/innen. Weingart war von 1978 bis 1999 Mitglied der Alliance Graphique Internationale (AGI) und wurde für sein Lebenswerk mehrfach international ausgezeichnet: 2005 bekam er vom Massachusetts College of Art in Boston den Ehrendoktor der freien Künste, 2013 erhielt er die AIGA-Medaille und 2014 den Grand Prix Design des Bundesamts für Kultur. 2011 schenkte Weingart einen Teil seines Archivs dem Museum für Gestaltung Zürich, das ihm ein Forschungsprojekt und 2014 die erste Einzelausstellung in der Schweiz widmete, die 2016 und 2017 in überarbeiteter Form durch China tourte. (Barbara Junod)

Quelle:

Barbara Junod, Sigrid Schade (eds.), Wolfgang Weingart: Typography in Context (Swiss National Science Foundation Research Project 2012–2013): https://www.zhdk.ch/file/live/18/1840a2238f4315c40626fd05b5b7f5186d60a5d2/20170201092234_58919aca51435.pdf (20.12.2017).

Institute for Cultural Studies in the Arts und Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), Weingart Typografie, Zürich 2014 (Red. Barbara Junod).

Barbara Junod, «Untersuchung und Experiment: Hans Rudolf-Lutz und Wolfgang Weingart», in: Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), 100 Jahre Schweizer Grafik, Zürich 2014.

 

Porträt Wolfgang Weingart, Fotografie: Umberto Romito, Abbildung: Archiv ZHdK

Legendeno

Finaler Entwurf Fachzeitschriftenumschlag, DQL, 1995, Gestaltung: Wolfgang Weingart, Donation: Wolfgang Weingart
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Layout-Entwurf für Umschlag Fachzeitschrift, DQL– Design Quarterly: Fifty Years, 1995, Gestaltung: Wolfgang Weingart, Donation: Wolfgang Weingart
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Lettern-Entwurf für Umschlag Fachzeitschrift, Q, 1995, Gestaltung: Wolfgang Weingart, Donation: Wolfgang Weingart
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Lettern-Entwurf für Umschlag Fachzeitschrift, L, 1995, Gestaltung: Wolfgang Weingart, Donation: Wolfgang Weingart
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Lettern-Entwürfe für Umschlag Fachzeitschrift, D, 1995, Gestaltung: Wolfgang Weingart, Donation: Wolfgang Weingart
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Ausstellungstexto
Wolfgang Weingart - Technikmix

Wolfgang Weingart (geb. 1941) nutzt die Techniken seiner Zeit zum Experimentieren. So erprobt er die gestalterischen Möglichkeiten von Bleisatz, Foto-Optik, Lithofilm, Xerox, Computer (mit Studenten) und ab den 1990er-Jahren auch die des Farbkopierers. Dabei verbindet er oft alte mit neuen Techniken. So beim Umschlagentwurf für die Zeitschrift Design Quarterly, für den er durch mehrfaches Kopieren bunt gemusterte Lettern erzeugt, die er mit MacPaint-Schrift-mustern von Hand zu Collagen montiert.