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Plakat, Sonnenschutz Bi Oro, 1941
Niklaus Stoecklin
Plakat, Sonnenschutz Bi Oro
Niklaus Stoecklin,

Plakat, Sonnenschutz Bi Oro,
1941

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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Sonnenschutz Bi Oro Niklaus Stoecklin Plakat
  • Sonnenschutz Bi Oro Niklaus Stoecklin Plakat
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Niklaus Stoecklin (1896–1982) war der unbestrittene Meister des sogenannten Sachplakats, das die Schweizer Produktwerbung der 1920er- bis 1950er-Jahre prägte. In einer Zeit, in der Markenartikel die ersten Selbstbedienungsläden eroberten, kam der detailgetreuen Wiedergabe der Verpackung grosse Bedeutung zu. Noch die banalste Sonnencremetube strahlt jedoch surreale Magie und Verführungskraft aus.

Eine Sonnenbrille und eine Sonnencremetube sind die Hauptdarsteller auf Niklaus Stoecklins Plakat von 1941. In Übergrösse dargestellt, laden sie dank ihrer stofflich-sinnlichen Wiedergabe dazu ein, sie zu berühren, ihre Materialität zu erspüren. Glanzflecken und Reflexe im Glas der Brille verstärken diesen illusionistischen Effekt. Das gespiegelte Fenster ist ein wiederkehrendes Motiv in Sachplakaten der Zeit und holt das Aussenleben in die intime Innenwelt der Dinge. Während in den frühen Bildplakaten der Jahrhundertwende schöne Menschen für die Güte der beworbenen Produkte zeugten, wurde im Sachplakat auf die Darstellung des Menschen verzichtet. Auch ein Slogan war in der Hochzeit der Bewerbung erster Markenprodukte unnötig, die Verpackung sprach für sich selbst und garantierte universale Verständlichkeit. Stoecklin, neben Donald Brun (1909–1999), Herbert Leupin (1916–1999) und Peter Birkhäuser (1911–1976) Hauptvertreter dieser baslerischen Stilrichtung, erhob alltägliche Gebrauchsgegenstände zur Ikone und verlieh ihnen ein geheimnisvolles Eigenleben. Die gekreuzten Diagonalen von Sonnenbrille und Tube vor dunklem Hintergrund vermitteln eine dynamische Spannung. Diesen kompositorischen Trick wandte Stoecklin wiederholt an, so beispielsweise auch auf seinem berühmten Plakat für Binaca-Zahnpasta. Die gemalten Vorlagen wurden im Lithodruck vervielfältigt und behielten auf diese Weise ihre betörende Farbkraft.

Bettina Richter

Plakat, Sonnenschutz Bi Oro, 1941
Erscheinungsland: Schweiz
Gestaltung: Niklaus Stoecklin
Auftrag: Ciba AG, Basel, CH
Material/Technik: Lithografie
127.5 x 90 cm
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Museum für Gestaltung Zürich, Bettina Richter (Hg.), Magie der Dinge, Poster Collection 24, Zürich 2012.

Gewerbemuseum Basel / Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), Niklaus Stoecklin, Reihe Schweizer Plakatgestalter 3, Basel 1986.

Biografieo
Niklaus Stoecklin
Niklaus Stoecklin
*1896 in Basel
†1982 in Riehen/Basel

Niklaus Stoecklin zeigte bereits früh eine aussergewöhnliche künstlerische Begabung. Eine Lehre als Flachmaler brach er ab, um sich von seinem Onkel, dem Kunstmaler Heinrich Müller, in die Ölmalerei einführen zu lassen. Anfang 1914 besuchte Stoecklin die Kunstgewerbeschule München, reiste bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs aber zurück in die Schweiz. Dort setzte er für kurze Zeit seine Ausbildung an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel bei Burkhard Mangold fort. 1914 entwarf er sein erstes Plakat und konnte gleichzeitig frühe künstlerische Erfolge feiern. 1917 machte sich Stoecklin selbstständig. Mit seinem präzisen Stil, der die Dinge in ihrer Stofflichkeit erfasst, zählt Stoecklin zu einem Hauptvertreter der Malerei der Neuen Sachlichkeit. Als einziger Schweizer Künstler war er 1925 in der berühmten Mannheimer Ausstellung Neue Sachlichkeit von Georg Hardlaub vertreten, die der neuen Stilrichtung ihren Namen gab. Einzelausstellungen würdigten sein Schaffen dieser Zeit ebenso wie offizielle Aufträge für Wandmalereien. Nach 1945 brach sein Ruhm als Maler durch die Dominanz der Abstrakten ab. 1958 erhielt Stoecklin zwar den Kunstpreis der Stadt Basel, aber erst in den 1970er-Jahren führte ein neu erwachtes Interesse an der Malerei der Neuen Sachlichkeit wieder zu einer verstärkten Rezeption seines Werks. Neben Buchillustrationen und der Gestaltung von Briefmarken sicherten Plakataufträge Stoecklins Broterwerb. Das berühmte Gaba-Plakat (1927) ist in seiner signethaften Verknappung jedoch nicht charakteristisch für Stoecklins Plakatschaffen, das 116 Arbeiten umfasst. Mit seiner detailgetreuen, sachlichen Wiedergabe der Dinge entsprach Stoecklin hingegen ideal den Bedürfnissen der Werbeindustrie der Zwischenkriegsjahre. Nachfolgende Plakatgestalter wie Herbert Leupin, Donald Brun oder Peter Birkhäuser wurden wesentlich von ihm beeinflusst. (Andrea Eschbach)

Quelle:

Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), Niklaus Stoecklin, Reihe Schweizer Plakatgestalter 3, Basel 1986.

Porträt Niklaus Stoecklin
Abbildung: Gewerbemuseum Basel (Hg.), Plakate und angewandte Graphik, Basel 1966 / Fotografie: Schott & Schibig

Legendeno

Plakat, Sonnenschutz Bi Oro, 1941, Schweiz, Gestaltung: Niklaus Stoecklin
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Plakat, Sonnenschutz Bi Oro, 1942, Schweiz, Gestaltung: Donald Brun
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Plakat, Binaca, 1941, Schweiz, Gestaltung: Niklaus Stoecklin
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK