Das ist die eGuide-Nummer des Objekts. Sie finden sie in der Ausstellung bei ausgewählten Objekten.
Das ist die Standort-Nummer des Objekts.
Klicken Sie hier, um zum Hauptmenü zu gelangen.
Klicken Sie hier, um die Sprache zu ändern.
Klicken Sie hier, um die Schriftgrösse zu ändern und sich anzumelden.
Klicken Sie hier, um den Standort des Objekts anzuzeigen.
Vergrössern Sie Bilder mit zwei Fingern, rotieren Sie 360°-Bilder mit einem Finger. Schieben Sie ein Bild weg, um zum nächsten zu gelangen.
Klicken Sie hier für Hintergrundinformationen, Biografien, Legenden etc.
Klicken Sie hier, um sich Sprechtexte oder Tondateien anzuhören.
Teilen Sie ein Objekt.
Laden Sie es als PDF herunter.
Oder fügen Sie es zu den gespeicherten Objekten hinzu.
 
Schriftentwurf, (Vorstudie zur Egyptienne F), ABC ..., 1952–53
Adrian Frutiger
Schriftentwurf, (Vorstudie zur Egyptienne F), ABC ...
Adrian Frutiger,

Schriftentwurf, (Vorstudie zur Egyptienne F), ABC ...,
1952–53

*1010
g1F2
f Objekt e
[{"lat":47.3828651830246,"lng":8.535653839863812},{"floor":"floorplan-ug"}]
UG
EG
1
2
2
Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • (Vorstudie zur Egyptienne F), ABC ... Adrian Frutiger Schriftentwurf
  • (Vorstudie zur Egyptienne F), ABC ... Adrian Frutiger Schriftentwurf
6
7
Text anhören
j

Der undatierte Klebsatz der frühen 1950er-Jahre zeigt eine serifenbetonte Schrift und ist die Grundlage zur späteren Egyptienne F von 1958. Adrian Frutiger (1928–2015) hat sechs serifenbetonte Schriften mit schräg gestellten Schnitten gestaltet; einzig die Egyptienne F besitzt eine echte Kursive.

Obwohl die Zeichnung noch viel Schülerhaftes enthält, wie Adrian Frutiger sagte, ist doch die Anlage zur späteren Egyptienne F deutlich erkennbar. So gehen die Serifen gerundet in den Stamm über. Allerdings hat Frutiger einige Zeichen noch stark überarbeitet, und die endgültige Version ist etwas fetter und auch breiter angelegt. Diese Zeichnung ist eine Vorstudie; also bereits der zweite Schritt nach dem Erstellen von Skizzen. Die Breite der einzelnen Zeichen ist in der Breite der jeweiligen Kartonstücke angelegt, so konnte bereits in diesem Stadium eine Beurteilung der Dicke vorgenommen werden. Nach der Vorstudie wurden die Zeichen überarbeitet und Reinzeichnungen erstellt. Von diesen wurden Probebelichtungen gemacht. Oft hat man dafür das «n» als Probebuchstabe genommen, weil die Form in vielen Buchstaben wie «n», «m», «h», «i», «j», «l» enthalten ist. Entstanden ist die Egyptienne – das «F» kam erst dazu, als sie bei Linotype ins Schriftenprogramm aufgenommen wurde – aus der damals aktuellen Belichtungsproblematik im Fotosatz, bei der die Serifen beim Belichten meist wegfielen. Aus diesem Grund hat die Egyptienne F ihre fetten Serifen. Im Gegensatz zu allen anderen serifenbetonten Schriften Frutigers besitzt die Egyptienne F eine echte Kursive. Das heisst, dass der geneigte Schnitt aus dem Schreiben heraus angelegt ist. Sehr gut zu sehen ist dies am kleinen «d». Die Endserife rundet sich, und der Bauch geht mit der oberen Rundung fast eckig in den Stamm über. Das «f» besitzt eine Unterlänge. (Heidrun Osterer)

Schriftentwurf
(Vorstudie zur Egyptienne F),
ABC …, 1952 – 1953
Schriftentwurf: Adrian Frutiger
Auftrag: Deberny et Peignot, Paris, FR
Material/Technik: Karton, Klebsatz / Schriftfamilie, -verwendung und -satztechnik: Serifenbetonte Schrift (Typ Clarendon), Werksatzschrift, Fotosatz (Lumitype)
20 × 23 cm
Schrift: Serifenbetonte Schrift (Typ Clarendon), Werksatzschrift, Fotosatz (Lumitype)
Donation: Schweizerische Stiftung Schrift und Typographie, Bern, CH
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Heidrun Osterer, Philipp Stamm (Hg.), Adrian Frutiger Schriften. Das Gesamtwerk, Basel/Boston/Berlin, 2009, S. 118–127.

Biografieo
Adrian Frutiger
Adrian Frutiger
*1928 in Unterseen bei Interlaken
†2015 in Bremgarten bei Bern

Adrian Frutiger zählt zu den wichtigsten Schriftgestaltern des 20. Jahrhunderts. Seine Ausbildung begann 1944 mit einer Schriftsetzerlehre bei der Otto Schlaefli AG in Interlaken und setzte sich 1949 mit einer dreijährigen Weiterbildung zum Typo-Grafiker bei Walter Käch und Alfred Willimann an der Kunstgewerbeschule Zürich fort. Seine Diplomarbeit über die Entwicklung der europäischen Schriften (Schrift, Écriture, Lettering) weckte das Interesse von Charles Peignot, der ihn 1952 nach Paris in die Schriftgiesserei Deberny & Peignot holte. Hier entwarf Frutiger bis 1960 mehrere Druckschriften, von denen die Méridien und die Univers die ersten sowohl für den Blei- wie für den Fotosatz (Lumitype) konzipierten Werksatzschriften waren. Die Univers ging als erste planmässig aufgebaute Schriftfamilie in die Geschichte der Drucktypen ein und besiegelte Frutigers weltweiten Ruhm. Im Lauf seiner Karriere war Frutiger, der 1961 sein eigenes Atelier in Paris gründete, in viele satztechnische Neuerungen involviert. So zeichnete er klassische Schriften für die Lumitype um, entwickelte von 1963 bis 1973 die Normschrift OCR-B und beriet Firmen wie IBM und Linotype bei der Entwicklung neuer Satzverfahren. In den 1970er-Jahren widmete er sich vermehrt Projekten der Signaletik, so etwa der Beschriftung der Pariser Métro (1973) oder derjenigen des Pariser Flughafens Roissy CDG. Aus der Flughafenschrift Roissy CDG (1970–1972), die sich in vielen internationalen Airports etablierte, entstand 1974 die erfolgreiche Druckschrift Frutiger, welche in der Schweiz zuerst für die Beschriftung der Postautos, dann für das Erscheinungsbild der PTT und später für jenes der Post eingesetzt wurde. Frutigers wesentliche Druckschriften sind die Méridien, Univers, Frutiger, Égyptienne F, Serifa, Versailles, Centennial, Avenir und die Vectora. Er entwarf auch zahlreiche Signete und Wortmarken. Sein Schriftwissen vermittelte er an der École Estienne (1952–1960), an der École nationale supérieure des arts décoratifs (1954–1968), in seinem Atelier und in seinen Publikationen. Für sein Lebenswerk bekam der 1992 in seine Heimat Zurückgekehrte zahlreiche internationale Ehrungen. Sein privates Archiv befindet sich in der Grafiksammlung des Museum für Gestaltung Zürich. (Barbara Junod)

Quelle:

Heidrun Osterer, Philipp Stamm (Hg.), Adrian Frutiger Schriften. Das Gesamtwerk, Basel/Boston/Berlin 2009

Jubert, Roxane, «Adrian Frutiger – Black and Light», in: 100 Jahre Schweizer Grafik, Zürich 2014.

Junod, Barbara, Les Suisses de Paris (Sammeln heisst forschen), Museum für Gestaltung Zürich 2016.

Porträt Adrian Frutiger, Fotografie: Hansueli Trachsel, Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Legendeno

Schriftentwurf, (Vorstudie zur Egyptienne F), ABC …, 1952 – 1953, Schriftentwurf: Adrian Frutiger, Donation: Schweizerische Stiftung Schrift und Typographie, Bern, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Negativfilme, n – Egyptienne F (mager, mager kursif, mittelfett, fett), 1976–77, Schriftentwurf: Adrian Frutiger, Auftrag: D. Stempel AG, Frankfurt am Main, DE, Donation: Schweizerische Stiftung Schrift und Typographie, Bern, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Werkzeichnungen, d, d, f, fi, (12p Egyptienne F55, 12p Egyptienne F56) 1956 57, Schriftentwurf: Adrian Frutiger, Auftrag: Deberny et Peignot, Paris, FR, Donation: Schweizerische Stiftung Schrift und Typographie, Bern, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Ausstellungstexto
Adrian Frutiger – Egyptienne F, Serifa

Eine der frühen Schriften für den Fotosatz ist die Egyptienne F (1958). Sie entsteht aus der Problematik, dass die Serifen beim Belichten wegfallen. Deshalb weist die Egyptienne F starke Serifen auf. Sie ist aufgrund ihres eher weichen Charakters gut als Mengensatzschrift einsetzbar. Dies im Unterschied zur neun Jahre später entstandenen Serifa (1967). Die ist eine konstruierte Schrift, deren Vorzüge eher als Titelsatzschrift zur Geltung kommen. Ihr harter Charakter eignet sich weniger zum Lesen langer Texte.