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Werbeinserat, Kaufen Sie diesen Wagen nicht!, 1960
Gerstner + KutterKarl Gerstner
Werbeinserat, Kaufen Sie diesen Wagen nicht!
Gerstner + Kutter, Karl Gerstner,

Werbeinserat, Kaufen Sie diesen Wagen nicht!,
1960

Gerstner + KutterKarl Gerstner
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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Kaufen Sie diesen Wagen nicht! Gerstner + Kutter Karl Gerstner Werbeinserat
  • Kaufen Sie diesen Wagen nicht! Gerstner + Kutter Karl Gerstner Werbeinserat
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Die Basler Werbeagentur Gerstner + Kutter sorgte seit ihrer Gründung um 1959 mit ungewöhnlichen Werbekampagnen für Aufmerksamkeit. In einer Inserateserie für das Zürcher Autohaus C. Schlotterbeck von 1960 warb sie mit negativen Schlagzeilen wie «Kaufen Sie diesen Wagen nicht!» für den Citroën 2 CV und untermalte dies mit ironisch-witzigen Bildkommentaren.

Die neuartigen Werbekampagnen der Basler Agentur Gerstner + Kutter, die vom Grafiker Karl Gerstner (1930–2017) und dem Texter Markus Kutter (1925–2005) geleitet wurde, erregten zuerst lokal, dann auch international Aufmerksamkeit. Schon die ersten Werbeaufträge, die aus dem Bekanntenkreis des Duos kamen, fielen durch ihre ungewöhnlichen Lösungen auf: Die Kampagne für die Neueröffnung des Warenhauses Rheinbrücke in Basel visualisierte den virtuellen Dialog zwischen einer Kundin und der Rheinbrücke. Noch gewagter war eine Inseratekampagne für das Zürcher Autohaus C. Schlotterbeck, die in der Tagespresse für den legendären Citroën 2 CV warb. Hier verwendete Kutter durchwegs Negativschlagzeilen, die Kollege Gerstner visuell ironisch kommentierte. Die Schlagzeilen dieser vierteiligen Serie wurden im letzten Inserat nochmals zusammengefasst. Sie lauteten: «Schauen Sie nicht hin!», «Steigen Sie nicht ein!», «Machen Sie keine Probefahrt!» und zum Schluss, gross und fett: «Kaufen Sie diesen Wagen nicht!». Darunter klein geschrieben: «– wenn Sie von einem Auto nichts Neues erwarten.» Danach wurden paradoxerweise die Vorteile des Kleinwagens aufgezählt, während darunter ein schwarzer Balken den abgebildeten 2 CV fast ganz überdeckte, ergo der Leserschaft von dessen Kauf abriet. Die flächigen Fotografien, für die Kutter das Casting organisiert hatte, stammen aus Gerstners Hand. Der Auftraggeber schien die witzig-freche Kampagne zu billigen. Jedenfalls machte sie das Duo schlagartig bekannt. (Barbara Junod)

Werbeinserat, Kaufen Sie diesen Wagen nicht!, 1960
Gestaltung: Gerstner + Kutter, Basel, CH / Karl Gerstner
Text: Gerstner + Kutter, Basel, CH / Markus Kutter
Auftrag: C. Schlotterbeck Automobile AG, Zürich, CH
Material/Technik: Papier, Andruck
34.9 x 49.8 cm
Donation: Gerstner, Gredinger + Kutter, Werbeagentur AG, Basel, CH
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Richard Hollis, Schweizer Grafik. Die Entwicklung eines internationalen Stils. 1920–1965, Basel/Boston/Berlin 2006, S. 182–183, 229–232.

Manfred Kröplien (Hg.), Karl Gerstner. Rückblick auf 5 x 10 Jahre Graphik Design etc., Ostfildern-Ruit 2001, insbesondere S. 12–15, 54–55, 56–57.

Karl Gerstner, Programme entwerfen, Teufen 1964, S. 58, 74.

Hans Neuburg, «Neuzeitliche Werbegrafik als Einheit von Idee, Text und Form», in: Neue Grafik/New Graphic Design/Graphisme actuel 6 (1960), S. 26–27.

Legendeno

Werbeinserat, Kaufen Sie diesen Wagen nicht!, 1960, Gestaltung: Karl Gerstner, Text: Markus Kutter, Donation: Gerstner, Gredinger + Kutter, Werbeagentur AG, Basel, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Werbeinserat, Steigen Sie nicht ein!, 1960, Gestaltung: Karl Gerstner, Text: Markus Kutter, Donation: Gerstner, Gredinger + Kutter, Werbeagentur AG, Basel, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Werbeinserat, Schauen Sie nicht hin!, um 1960, Gestaltung: Karl Gerstner, Text: Markus Kutter, Donation: Gerstner, Gredinger + Kutter, Werbeagentur AG, Basel, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Ausstellungstexto
Gerstner + Kutter – Citroën 2CV

Die Basler Werbeagentur Gerstner + Kutter sorgt seit ihrer Gründung um 1959 mit ungewöhnlichen Werbekampagnen für Aufruhr. Geleitet wird sie vom Grafiker Karl Gerstner (1930 –2017) und dem Historiker und Texter Markus Kutter (1925 – 2005). Texter und Gestalter begegnen sich auf Augenhöhe und steigern den Wort-Bild-Ausdruck gegenseitig. So etwa bei zwei Inserateserien von 1960, die mit viel Wort- und Bildwitz für den Citroën 2CV, die sogenannte «Ente», werben.