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Plakatentwurf, Kunstgewerbemuseum Zürich – Schreibkunst, 1981
Wolfgang Weingart
Plakatentwurf, Kunstgewerbemuseum Zürich – Schreibkunst
Wolfgang Weingart,

Plakatentwurf, Kunstgewerbemuseum Zürich – Schreibkunst,
1981

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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Kunstgewerbemuseum Zürich – Schreibkunst Wolfgang Weingart Plakatentwurf
  • Kunstgewerbemuseum Zürich – Schreibkunst Wolfgang Weingart Plakatentwurf
  • Kunstgewerbemuseum Zürich – Schreibkunst Wolfgang Weingart Plakatentwurf
  • Kunstgewerbemuseum Zürich – Schreibkunst Wolfgang Weingart Plakatentwurf
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Wolfgang Weingart im Gespräch, Ausstellungsdokumentation
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Mit seinen collagierten Filmüberlagerungen der 1970er- und 1980er-Jahre erlangte Wolfgang Weingart (geb. 1941) internationale Bekanntheit. Deren Schichten- und Montageprinzip nahm das digitale Sampling des postmodernen New Wave und die Möglichkeiten der Photoshop-Software vorweg.

Für Wolfgang Weingart, der an der Weiterbildungsklasse für Grafik der Schule für Gestaltung Basel Typografie unterrichtete und hier auch selbst arbeitete, waren die Möglichkeiten des Hochdrucks gegen Mitte der 1970er-Jahre ausgereizt. Obwohl er mit foto-optischen Verfahren experimentierte, war die Arbeit mit dem damals aktuellen Fotosatz keine gültige Alternative für ihn. Er bevorzugte das Handwerk und die an der Reibung des Materials erzeugte Werkspur. Dadurch, dass er sich physisch in den Entwurfs- und Umsetzungsprozess einbrachte, konnte er diesen besser kontrollieren und auf zufällige Ereignisse reagieren. Die eigenwillige Technik der Überlagerung lithografischer Filme eröffnete ihm ein neues Experimentierfeld. Die Transparenz des Materials machte es möglich, Schrift und Bild zu überlagern. Er konnte Schriften mit der Reprokamera verändern und mit unterschiedlich gerasterten Filmvorlagen kombinieren. Gelernte Lithografen hielten Weingarts Collagen für nicht druckbar, sie waren es aber doch und wurden in Offset umgesetzt. Während rund zehn Jahren kreierte der Gestalter eine Reihe eindrücklicher Plakate und Umschläge mit diesem komplexen Verfahren, darunter auch das Ausstellungsplakat Schreibkunst (1981) für das Kunstgewerbemuseum Zürich. Für dieses wendete er – vom Entwurf bis zum druckfertigen Film – rund 40 Arbeitstage auf und überarbeitete es wegen der «zu naturgetreu» abgebildeten Feder nach dem Druck erneut, um es auf eigene Kosten nochmals nachdrucken zu lassen. (Barbara Junod)

Plakatentwurf, Kunstgewerbemuseum Zürich – Schreibkunst, 1981
Gestaltung: Wolfgang Weingart
Auftrag: Kunstgewerbemuseum der Stadt Zürich, CH
Material/Technik: Lithofilmcollage
45.8 × 34.8 cm
Donation: Wolfgang Weingart
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Barbara Junod, «Filmüberlagerungen als Collage», in: Weingart Typografie. Ausstellungstexte und Forschungsbericht, Begleitheft zur Ausstellung, Zürich 2014, o.S.

Wolfgang Weingart, Typography. My Way to Typography /Wege zu Typographie, Baden 2000, S. 350–363, 483, 493.

Biografieo
Wolfgang Weingart
Wolfgang Weingart
*1941 in Salemertal

Wolfgang Weingart besuchte von 1958 bis 1960 die Merz-Akademie in Stuttgart, wo er erstmals mit dem Schriftsetzen in Berührung kam. Es folgte eine Lehre als Schriftsetzer in der Stuttgarter Druckerei Ruwe, deren Hausgrafiker ihn mit der Schweizer Typografie vertraut machte. Schon seine Lehrstücke zeigten Merkmale der Schweizer Typografie: der unbedruckte Raum, der mitgestaltet wird, der Bezug der Elemente zueinander sowie die klare, asymmetrische Gliederung und formale Reduktion. Zur wichtigen Inspirationsquelle wurde auch die Grafik der «expressiven» Moderne eines El Lissitzky oder Kurt Schwitters. Von 1964 bis 1965 bildete sich Weingart an der Kunstgewerbeschule Basel bei Emil Ruder und Armin Hofmann weiter. Hier erlernte er die gestalterischen Grundlagen, experimentierte mit dem Buchstaben M und setzte autodidaktisch Kompositionen aus manipulierten Buchstaben sowie Blei- und Messinglinien im Hochdruck um. 1969 publizierte er sein typografisches Manifest in Form einer expressiven Blattserie, worin er den modernen Mythos der optimalen Lesbarkeit in Frage stellte. Mitte der 1970er-Jahre waren für ihn die Möglichkeiten des Hochdrucks ausgereizt. Er begann, Bild und Schrift mittels transparenter Lithofilme zu überlagern und nahm damit das digitale Sampling des postmodernen New Wave vorweg. Seit 1968 vermittelte Weingart sein typografisches Wissen an der Weiterbildungsklasse für Grafik der Schule für Gestaltung Basel, wo er 1984 den ersten Apple-Macintosh-Computer einführte und die Verbindung analoger und digitaler Techniken förderte. Sein Unterricht wie auch seine weltweit gehaltenen Vorträge und Workshops prägten mehrere Generationen von Gestalter/innen. Weingart war von 1978 bis 1999 Mitglied der Alliance Graphique Internationale (AGI) und wurde für sein Lebenswerk mehrfach international ausgezeichnet: 2005 bekam er vom Massachusetts College of Art in Boston den Ehrendoktor der freien Künste, 2013 erhielt er die AIGA-Medaille und 2014 den Grand Prix Design des Bundesamts für Kultur. 2011 schenkte Weingart einen Teil seines Archivs dem Museum für Gestaltung Zürich, das ihm ein Forschungsprojekt und 2014 die erste Einzelausstellung in der Schweiz widmete, die 2016 und 2017 in überarbeiteter Form durch China tourte. (Barbara Junod)

Quelle:

Barbara Junod, Sigrid Schade (Hg.), Wolfgang Weingart: Typography in Context (Swiss National Science Foundation Research Project 2012–2013), https://www.zhdk.ch/file/live/18/1840a2238f4315c40626fd05b5b7f5186d60a5d2/20170201092234_58919aca51435.pdf. 
Institute for Cultural Studies in the Arts, Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), Weingart Typografie, Zürich 2014. (Red. Barbara Junod)
Barbara Junod, «Untersuchung und Experiment: Hans Rudolf-Lutz und Wolfgang Weingart», in: Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), 100 Jahre Schweizer Grafik, Zürich 2014.

Porträt Wolfgang Weingart
Abbildung: Archiv ZHdK / Fotografie: Umberto Romito

Legendeno

Plakatentwurf, Kunstgewerbemuseum Zürich – Schreibkunst, 1981, Gestaltung: Wolfgang Weingart, Donation: Wolfgang Weingart
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Einladungskarte, Kunstgewerbemuseum Zürich – Schreibkunst, 1981, Gestaltung: Wolfgang Weingart, Donation: Wolfgang Weingart
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Druckvorlage Plakatentwurf, Kunstgewerbemuseum Zürich – Schreibkunst, 1981, Gestaltung: Wolfgang Weingart, Donation: Wolfgang Weingart
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Plakat, Kunstgewerbemuseum Zürich – Schreibkunst, 1981, Schweiz, Gestaltung: Wolfgang Weingart, Druckerei: Wassermann AG, Basel, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Buchumschlag geöffnet, Kunstgewerbemuseum Zürich – Schreibkunst, 1981, Gestaltung: Wolfgang Weingart, Donation: Wolfgang Weingart
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Ausstellungstexto
Wolfgang Weingart – Lithofilm-Collagen

Wolfgang Weingart (geb. 1941) gilt als Enfant terrible der modernen Schweizer Typografie. Schon in den 1960er-Jahren verstösst er gegen die Regeln des Schriftsetzens und bringt damit die Fachwelt in Aufruhr. International bekannt wird er jedoch mit seinen collagierten Filmüberlagerungen aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Deren Schichten- und Montageprinzip nimmt das digitale Sampling des postmodernen New Wave sowie die Möglichkeiten der heutigen Photoshop-Software vorweg.