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Plakat, Luis Buñuel – Filmpodium Zürich, 1980
Paul Brühwiler
Plakat, Luis Buñuel – Filmpodium Zürich,
Paul Brühwiler,

Plakat, Luis Buñuel – Filmpodium Zürich,
1980

Paul Brühwiler
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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
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Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
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  • Luis Buñuel – Filmpodium Zürich Paul Brühwiler
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Paul Brühwiler (geb. 1939) hat sich ganz dem Kulturplakat verschrieben und über viele Jahre hinweg auch Filmplakate gestaltet. Für eine Retrospektive zu Luis Buñuels (1900–1983) Filmschaffen 1980 im Filmpodium Zürich entwarf er ein Plakat, das den Charakterkopf des spanisch-mexikanischen Regisseurs eindrücklich in den Blick rückt.

Paul Brühwilers Buñuel-Porträt wirkt aus der Nähe fast wie ein abstraktes Gemälde. Aus der Distanz erscheint das expressive, mit heftigen abgehackten Pinselstrichen erfasste Gesicht jedoch ganz lebendig. Brühwiler ist trotz seines umfangreichen Plakatwerks nie der Routine verfallen. Fotografische, zeichnerisch-malerische und typografische Zugriffe ergänzen sich darin zu einer unmittelbaren persönlichen Mitteilung. Buñuel, der als surrealistischer Regisseur irritierende Bildwelten zwischen Traum und Albtraum auf die Kinoleinwand brachte, kritisierte immer auch ein in sich erstarrtes Bürgertum. Brühwilers Plakat zeigt den Regisseur nicht frontal, sondern im Dreiviertelporträt. Auch erwidert dieser nicht den Blick des Betrachters. Sein Ausdruck ist ganz nach innen gerichtet und spiegelt Buñuels Filmdoktrin wider: Er wollte mit seinem Schaffen keine rationale Welterklärung liefern, seine Filmbilder sollten im Unbewussten der Zuschauer vielmehr ein eigenständiges Leben entfalten. Die hohe weisse Denkerstirn geht in das Weiss des Hintergrunds über und gibt Raum für die gezeichnete Schrift. Die trotz aller vermeintlichen Ruhe im Antlitz spürbare innere Erregung Buñuels drückt sich auch in der Farbgebung aus: Die Spuren, die wie blutende Hiebe die linke Gesichtshälfte markieren, zeugen eindrücklich von seiner Verletzlichkeit. Buñuels ausdruckstarkes Gesicht dominiert auch das Plakat des türkischen Grafikdesigners Yurdaer Altıntaș (geb. 1935) für das 16. Internationale Filmfestival in Istanbul. (Bettina Richter)

Plakat, Luis Buñuel – Filmpodium Zürich, 1980
Erscheinungsland: Schweiz
Gestaltung: Paul Brühwiler
Porträtierte Person: Luis Buñuel
Auftrag: Filmpodium Zürich, CH
Material/Technik: Offsetdruck
127 × 90 cm
Donation: Paul Brühwiler
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Paul Brühwiler (Hg.), Pabrü. Plakate. Bilder. Zeichnungen, Bern 1999

Biografieo
Paul Brühwiler
Paul Brühwiler
*1939 in Luzern

Paul Brühwiler absolvierte in Luzern eine Ausbildung zum Grafiker im Atelier von Edgar Küng. 1960 brach er nach Paris auf und konnte bei Albert Hollenstein, in der Werbeagentur Dorland und Grey sowie im Verlagshaus Condé Nast erste Berufserfahrungen sammeln. 1965 liess er sich in Los Angeles nieder und fand bei dem für seine Filmtitel bekannten Designer Saul Bass und später im Studio von Charles und Ray Eames Arbeit. In Los Angeles gründete er auch sein erstes Studio. Die amerikanische Musikindustrie wurde zu seinem wichtigsten Auftraggeber, hier konnte er seine kreative Freiheit ganz ausleben. 1973 in die Schweiz zurückgekehrt, setzte Brühwiler zunächst seine selbstständige Tätigkeit in einem Studio in Küsnacht fort, hielt sich aber in den Jahren 1976/77 erneut für eine Filmausbildung an der University of California in Los Angeles auf. Nach einer Weltreise landete Brühwiler 1978 endgültig wieder in der Schweiz. Neben der Arbeit im Küsnachter Studio lehrte er bis 1999 an der Schule für Gestaltung in Luzern, unterbrochen 1980 von einer weiteren Reise um die Welt. In der Schweiz war Brühwiler unter anderem für das Schweizer Fernsehen tätig. Daneben galt ihm das Plakat stets als Hauptdisziplin. Das kreative Potenzial von Emotion, Intuition und Subjektivität findet in Brühwilers Plakaten seinen adäquaten Ausdruck. In seinen zahllosen Kulturplakaten suchte er stets nach neuen gestalterischen Zugriffen und setzte souverän Zeichnung, Holzschnitt, Malerei, Collage, Fotomontage, Typografie und Schrift ein. Besonders legendär sind Brühwilers Plakate für das Zürcher Filmpodium: Der Gattung Film stellte er das Plakat als eigenständige künstlerische Leistung zur Seite. 1984 gab Brühwiler die selbstständige gebrauchsgrafische Arbeit weitgehend auf und widmete sich seinem freikünstlerischen Schaffen. Das 1995 erbaute Atelierhaus in Saint-André-d’Olérargues in Frankreich dient ihm dabei als wertvoller Rückzugsort. (Bettina Richter)

Quelle:

Brühwiler, Paul, PaBrü – Plakate – Bilder, Bern 1999.www.sgdf.ch/de/oeuvres/paul-bruehwiler.htmlhttp://guidohenseler.ch/paul-bruehwiler-das-plakat-im-weltformat/

Porträt Paul Brühwiler
Abbildung: https://www.emuseum.ch/en/objects/158432/paul-bruhwiler-2006?ctx=e4a9b513-aae4-4c2a-9909-e7531c886873&idx=42 / Fotografie: Melchior Imboden

Legendeno

Plakat, Luis Buñuel – Filmpodium Zürich, 1980, Schweiz, Gestaltung: Paul Brühwiler, Donation: Paul Brühwiler
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Plakat, In Memoriam – Luis Buñuel, 1997, Türkei, Gestaltung: Yurdaer Altıntaș
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Ausstellungstexto
Paul Brühwiler - Filmpodium Zürich

Das Buñuel-Porträt von Paul Brühwiler (geb. 1939) wirkt aus der Nähe wie ein abstraktes Gemälde. Erst aus der Distanz wird das expressive, mit heftigen Pinselstrichen erfasste Gesicht lebendig. Buñuels surrealistische Filme bringen irritierende Bildwelten zwischen Traum und Albtraum auf die Kinoleinwand. Brühwilers Plakat zeigt den Regisseur im Dreiviertelporträt mit nach innen gewandtem Blick. Trotz aller vermeintlichen Ruhe im Antlitz wird die innere Erregung und kreative Unruhe Buñuels unmittelbar spürbar.