Das ist die eGuide-Nummer des Objekts. Sie finden sie in der Ausstellung bei ausgewählten Objekten.
Das ist die Standort-Nummer des Objekts.
Klicken Sie hier, um zum Hauptmenü zu gelangen.
Klicken Sie hier, um die Sprache zu ändern.
Klicken Sie hier, um die Schriftgrösse zu ändern und sich anzumelden.
Klicken Sie hier, um den Standort des Objekts anzuzeigen.
Vergrössern Sie Bilder mit zwei Fingern, rotieren Sie 360°-Bilder mit einem Finger. Schieben Sie ein Bild weg, um zum nächsten zu gelangen.
Klicken Sie hier für Hintergrundinformationen, Biografien, Legenden etc.
Klicken Sie hier, um sich Sprechtexte oder Tondateien anzuhören.
Teilen Sie ein Objekt.
Laden Sie es als PDF herunter.
Oder fügen Sie es zu den gespeicherten Objekten hinzu.
 
Schriftentwurf, (Vorstudie zur Méridien), mintreoulphdafvbqswzxy, um 1953
Adrian Frutiger
Schriftentwurf, (Vorstudie zur Méridien), mintreoulphdafvbqswzxy
Adrian Frutiger,

Schriftentwurf, (Vorstudie zur Méridien), mintreoulphdafvbqswzxy,
um 1953

*1005
g1D2
f Objekt e
[{"lat":47.38288629533628,"lng":8.535629364706551},{"floor":"floorplan-ug"}]
UG
EG
1
2
2
Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • (Vorstudie zur Méridien), mintreoulphdafvbqswzxy Adrian Frutiger Schriftentwurf
  • (Vorstudie zur Méridien), mintreoulphdafvbqswzxy Adrian Frutiger Schriftentwurf
  • (Vorstudie zur Méridien), mintreoulphdafvbqswzxy Adrian Frutiger Schriftentwurf
6
7
Text anhören
j

Diese unscheinbare Zeichnung von Adrian Frutiger (1928–2015) aus den frühen 1950er-Jahren ist mehr als eine Vorstudie zur Méridien. In ihr sind entscheidende Schritte für Frutigers gesamtes Schriftschaffen ablesbar. Sie zeigt ein Frühstadium, in dem die Formsuche einzelner Zeichen noch nicht abgeschlossen ist.

Adrian Frutiger orientierte sich bei dieser frühen Zeichnung an der Humanistischen Antiqua, was an den ausgeprägten Ober- und Unterlängen gut sichtbar wird. Auch die kleinen Binnenformen bei «a» und «e» sind für eine Humanistische Antiqua stilbildend, für Frutigers späteres Schriftschaffen aber eher untypisch. Der runde Übergang des Bogens in den Stamm beim kleinen «a» ist jedoch kein Merkmal der Humanistischen Antiqua. Hier wird der Einfluss seines Zürcher Lehrers Walter Käch sichtbar. Auch die Serifen beim «s» sind noch völlig unter Kächs Einfluss angelegt. Die spitzen und langen Serifen weisen auf eine Auseinandersetzung mit den Latine-Schriften hin. Diese Schriftform lernte Frutiger in Paris kennen und war fasziniert davon. In den Akzidenzschriften Président und Phoebus, zwei der frühesten Druckschriften Frutigers, fand diese Form zum ersten Mal Anwendung. Interessant ist der Vergleich der Zeichen «a», «e», «f», «y» in der frühen Skizze mit den jeweiligen Zeichen der realisierten Version im Prospekt. Auch wird in diesem Vergleich erkennbar, dass die Méridien – in Anlehnung an die Latine-Schriften – eine schmalere Zeichenbreite aufweist als in der ursprünglichen Skizze, die der Humanistischen Antiqua nähersteht. Die Latine-Schriften beschäftigten Frutiger lange Zeit, doch erst 1984 kam mit der Versailles eine weitere Schrift mit Latine-Charakter heraus. Mit dieser Schrift versuchte er, die typischen Verzierungen der Latine zu integrieren, ohne zu sehr ins Spielerische und Dekorative abzugleiten. (Heidrun Osterer)

Schriftentwurf, (Vorstudie zur Méridien), mintreoulphdafvbqswzxy, um 1953
Schriftentwurf: Adrian Frutiger
Auftrag: Deberny et Peignot, Paris, FR
Material/Technik: Transparentpapier, Bleistiftzeichnung / Schriftfamilie und Schriftart: Méridien (Vorstufe), Breitfederschrift
2.6 × 19.9 cm
Donation: Schweizerische Stiftung Schrift und Typographie, Bern, CH
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Heidrun Osterer, Philipp Stamm (Hg.), Adrian Frutiger Schriften. Das Gesamtwerk, Basel/Boston/Berlin, 2009, S. 26–35, 38–45, 60–73.

Biografieo
Adrian Frutiger
Adrian Frutiger
*1928 in Unterseen bei Interlaken
†2015 in Bremgarten bei Bern

Adrian Frutiger zählt zu den wichtigsten Schriftgestaltern des 20. Jahrhunderts. Seine Ausbildung begann 1944 mit einer Schriftsetzerlehre bei der Otto Schlaefli AG in Interlaken und setzte sich 1949 mit einer dreijährigen Weiterbildung zum Typo-Grafiker bei Walter Käch und Alfred Willimann an der Kunstgewerbeschule Zürich fort. Seine Diplomarbeit über die Entwicklung der europäischen Schriften (Schrift, Écriture, Lettering) weckte das Interesse von Charles Peignot, der ihn 1952 nach Paris in die Schriftgiesserei Deberny & Peignot holte. Hier entwarf Frutiger bis 1960 mehrere Druckschriften, von denen die Méridien und die Univers die ersten sowohl für den Blei- wie für den Fotosatz (Lumitype) konzipierten Werksatzschriften waren. Die Univers ging als erste planmässig aufgebaute Schriftfamilie in die Geschichte der Drucktypen ein und besiegelte Frutigers weltweiten Ruhm. Im Lauf seiner Karriere war Frutiger, der 1961 sein eigenes Atelier in Paris gründete, in viele satztechnische Neuerungen involviert. So zeichnete er klassische Schriften für die Lumitype um, entwickelte von 1963 bis 1973 die Normschrift OCR-B und beriet Firmen wie IBM und Linotype bei der Entwicklung neuer Satzverfahren. In den 1970er-Jahren widmete er sich vermehrt Projekten der Signaletik, so etwa der Beschriftung der Pariser Métro (1973) oder derjenigen des Pariser Flughafens Roissy CDG. Aus der Flughafenschrift Roissy CDG (1970–1972), die sich in vielen internationalen Airports etablierte, entstand 1974 die erfolgreiche Druckschrift Frutiger, welche in der Schweiz zuerst für die Beschriftung der Postautos, dann für das Erscheinungsbild der PTT und später für jenes der Post eingesetzt wurde. Frutigers wesentliche Druckschriften sind die Méridien, Univers, Frutiger, Égyptienne F, Serifa, Versailles, Centennial, Avenir und die Vectora. Er entwarf auch zahlreiche Signete und Wortmarken. Sein Schriftwissen vermittelte er an der École Estienne (1952–1960), an der École nationale supérieure des arts décoratifs (1954–1968), in seinem Atelier und in seinen Publikationen. Für sein Lebenswerk bekam der 1992 in seine Heimat Zurückgekehrte zahlreiche internationale Ehrungen. Sein privates Archiv befindet sich in der Grafiksammlung des Museum für Gestaltung Zürich. (Barbara Junod)

Quelle:

Heidrun Osterer, Philipp Stamm (Hg.), Adrian Frutiger Schriften. Das Gesamtwerk, Basel/Boston/Berlin 2009.
Roxane Jubert, «Adrian Frutiger – Black and Light», in: Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), 100 Jahre Schweizer Grafik, Zürich 2014.
Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), Les Suisses de Paris. Grafik und Typografie / Graphisme et typographie, Sammeln heisst forschen / Collection et recherche, Bd. 2, Zürich 2015.

Porträt Adrian Frutiger
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich, ZHdK / Fotografie: Hansueli Trachsel

Legendeno

Schriftentwurf, (Vorstudie zur Méridien), mintreoulphdafvbqswzxy, um 1953, Schriftentwurf: Adrian Frutiger, Donation: Schweizerische Stiftung Schrift und Typographie, Bern, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Vorstudie zur Méridien, um 1953, Schriftentwurf: Adrian Frutiger, Auftrag: Deberny et Peignot, Paris, FR, Donation: Schweizerische Stiftung Schrift und Typographie, Bern, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Schriftmusterheft, Einzelseite, Méridien demi-gras, 1959, Gestaltung: Rémy Peignot (Schriftentwurf: Adrian Frutiger), Herausgabe: Deberny et Peignot, Paris, FR, Donation: Schweizerische Stiftung Schrift und Typographie, Bern, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Schriftentwurf, Versailles, um 1982, Gestaltung: Adrian Frutiger, Herstellung: D. Stempel AG, Frankfurt am Main, DE, Donation: Schweizerische Stiftung Schrift und Typographie, Bern, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Ausstellungstexto
Adrian Frutiger – Méridien

Grundlage für die Méridien (1957) bilden die Latine-Schriften. Adrian Frutiger (1928 – 2015) hat die langen Serifen übernommen, jedoch die typischen Verzierungen weggelassen. Damit wird die Méridien zur angenehm lesbaren Mengensatzschrift. Bereits mit der Versalschrift Phoebus (1953) entsteht eine Latine-basierte Schrift für Titelanwendungen, 1984 entwirft er die Versailles, ein interessanter Versuch, der zeigt, wieviele spielerische Elemente eine Leseschrift verkraften kann, ohne dass die Lesbarkeit darunter leidet.