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Plakatentwurf, Weniger Lärm, 1960
Josef Müller-Brockmann
Plakatentwurf, Weniger Lärm
Josef Müller-Brockmann,

Plakatentwurf, Weniger Lärm,
1960

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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Weniger Lärm Josef Müller-Brockmann Plakatentwurf
  • Weniger Lärm Josef Müller-Brockmann Plakatentwurf
  • Weniger Lärm Josef Müller-Brockmann Plakatentwurf
  • Weniger Lärm Josef Müller-Brockmann Plakatentwurf
  • Weniger Lärm Josef Müller-Brockmann Plakatentwurf
  • Weniger Lärm Josef Müller-Brockmann Plakatentwurf
  • Weniger Lärm Josef Müller-Brockmann Plakatentwurf
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Mit ihrer dynamischen Bildkomposition in Fotomontagetechnik waren Josef Müller-Brockmanns (1914–1996) Plakate für die Unfall- und Lärmprävention sehr erfolgreich. Der Entwurf mit dem samt Titel in die Diagonale gekippten «Raserauto» für das Plakat Weniger Lärm (1960) ist besonders faszinierend. Er wurde jedoch nicht realisiert, weil die Aussage nicht eindeutig genug war.

Kaum zu glauben, dass die Schweizer Bevölkerung schon in den 1950er-Jahren unter Strassenlärm litt. Doch damals kam die Massenmotorisierung auf, und die Verkehrsregeln steckten noch in den Kinderschuhen. Bereits 1952 machte Josef Müller-Brockmann im Auftrag des Automobil Club Schweiz (ACS) auf die steigende Zahl der Unfalltoten aufmerksam. Im selben Jahr gewann er den vom ACS ausgeschriebenen Plakatwettbewerb «Schützt das Kind!» und realisierte sein erstes Plakat in der Fotomontagetechnik. Dies war der Auftakt einer langjährigen Zusammenarbeit mit dem ACS und diversen Sicherheitskommissionen zum Thema Unfallprävention wie auch ein Bekenntnis zur Fotografik. Denn von nun arbeitete er stets mit Fotografen zusammen, zuerst mit Ernst A. Heiniger (1909–1993), der das Bild des bewegten Motorrades zu «Schützt das Kind!» beigetragen hatte, danach mit Serge Libiszweski (geb. 1930), René Burri (1933–2014), Peter Huber (1936–2005) und weiteren Absolventen der Zürcher Fotoklasse. Wer von diesen Fotografen das Bild des frontal auf uns zurasenden Autos auf Müller-Brockmanns Plakatentwurf Weniger Lärm gemacht hat, ist ungewiss. Vielleicht war es Peter Huber. Ihm wird das Bild des 1960 realisierten Plakats – eine Frau, die sich vor Lärm schützend die Ohren zuhält – zugeschrieben. Dass der Entwurf mit dem samt Titel in die Diagonale gekippten, riesigen Raserauto nicht realisert wurde, könnte damit zu erklären sein, dass er zu sehr vom Geschwindigkeitsrausch beflügelt war, den es gerade zu bekämpfen galt. (Barbara Junod)

Plakatentwurf, Weniger Lärm, 1960
Gestaltung: Josef Müller-Brockmann
Fotografie: Atelier Müller-Brockmann, Zürich, CH / Peter Huber (zugeschrieben)
Auftrag: Konferenz städtischer Polizei-Direktoren, Zürich, CH
Material/Technik: Karton, Papier, s/w-Fotografie, bemalt
24 x 17 cm
Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Kerry William Purcell, Josef Müller-Brockmann, London 2006, S. 105–113.

Lars Müller, Josef Müller-Brockmann. Ein Pionier der Schweizer Grafik, Baden (1994) 2001, S. 31–32, 146–147.

Josef Müller-Brockmann, Mein Leben: Spielerischer Ernst und ernsthaftes Spiel, Baden 1994, S. 40–41.

Biografieo
Josef Müller-Brockmann
Josef Müller-Brockmann
*1914 in Rapperswil
†1996 in Zürich

Joseph Müller-Brockmann steht mit seinem grafischen Werk und seinen theoretischen Schriften stellvertretend für den Swiss Style der Nachkriegszeit. Nach Abbruch der Grafikerlehre war er zunächst Hospitant an der Kunstgewerbeschule Zürich. Ab 1934 arbeitete er im eigenen Atelier als Grafiker und Illustrator und fand in der Schaufenstergestaltung ein wichtiges Betätigungsfeld. Nach Kriegsende gewannen Bühnenbild und Theaterplakat an Bedeutung. Anfang der 1950er-Jahre wandte er sich zunehmend von der Illustration ab und suchte nach einer sachlich-konstruktiven, universal verständlichen Sprache in der visuellen Kommunikation. Erste Plakataufträge erhielt Müller-Brockmann von der Zürcher Tonhalle, für die er bis 1972 Plakate gestaltete. 1952 gewann er einen vom Automobil Club der Schweiz (ACS) lancierten Wettbewerb mit seinem Plakat Schützt das Kind!, für das er mit dem Fotografen Ernst A. Heiniger zusammenarbeitete. Internationale Anerkennung fand Müller-Brockmann durch sein Referat auf der International Design Conference in Aspen/Colorado. 1958 war er Mitbegründer der Zeitschrift Neue Grafik, die bis 1965 in 18 Nummern erschien. Ab den 1960er-Jahren war Müller-Brockmann als Berater und Gestalter des Corporate Designs für die Rosenthal-Porzellanwerke sowie für die Max Weishaupt GmbH tätig, von 1967 bis 1988 war er Designberater von IBM Europa. 1967 gründete er gemeinsam mit drei anderen Partner die Werbeagentur Müller-Brockmann + Co., die er jedoch von 1976 bis 1984 allein weiterführte. Unter anderem wirkte Müller-Brockmann in dieser Zeit als Berater und Gestalter für Olivetti, die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und das Kunsthaus Zürich. Müller-Brockmann wurde mit zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gewürdigt. Der Verleihung des Brunel Awards in den Jahren 1985, 1987 und 1994 folgten weitere internationale Auszeichnungen. (Andrea Eschbach)

Quelle:

Lars Müller, Josef Müller-Brockmann, Ein Pionier der Schweizer Grafik, Baden 1994/2001.
Museum für Gestaltung Zürich, Bettina Richter (Hg.), Josef Müller-Brockmann, Poster Collection 25, Zürich 2014.

Porträt Josef Müller-Brockmann
Abbildung: www.buamai.com / Fotografie: unbekannt

Legendeno

Plakatentwurf, Weniger Lärm, 1960, Gestaltung: Josef Müller-Brockmann, Fotografie: Atelier Müller-Brockmann, Zürich, CH / Peter Huber (zugeschrieben), Auftrag: Konferenz städtischer Polizei-Direktoren, Zürich, CH, Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Plakat, Schützt das Kind!, 1953, Schweiz, Gestaltung: Josef Müller-Brockmann, Fotografie: Ernst Albrecht Heiniger, Auftrag: Automobil Club der Schweiz, Bern, CH, Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Fotoserie, Schützt das Kind!, um 1953, Fotografie: Ernst Albrecht Heiniger, Auftrag: Automobil Club der Schweiz, Bern, CH, Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Plakatentwurf, Rücksicht = Sicherheit, 1955, Gestaltung: Josef Müller-Brockmann, Fotografie: Serge Libiszewski, Auftrag: Automobil Club der Schweiz, Bern, CH, Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Informationsblatt, Liebe Fahrzeuglenker, 1957, Gestaltung: Josef Müller-Brockmann, Fotografie: Ernst Albrecht Heiniger (zugeschrieben), Auftrag: Kantonspolizei Zürich, CH, Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Informationsblatt, Doppelseite, Liebe Fahrzeuglenker, 1957, Gestaltung: Josef Müller-Brockmann, Fotografie: Ernst Albrecht Heiniger (zugeschrieben), Auftrag: Kantonspolizei Zürich, CH, Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Fotoserie (Kontaktabzug) mit markiertem Bildausschnitt, Weniger Lärm, 1960, Fotografie: Ernst Albrecht Heiniger oder Peter Huber, Bildauswahl: Josef Müller-Brockmann, Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Plakat, Weniger Lärm, 1960, Schweiz, Gestaltung: Josef Müller-Brockmann, Fotografie: Peter Huber, Auftrag: Konferenz städtischer Polizei-Direktoren, Zürich, CH
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Ausstellungstexto
Josef Müller-Brockmann – Unfallprävention

Nach seinem Plakaterfolg mit Schützt das Kind! (1953) für den Automobil Club Schweiz wird Josef Müller-Brockmann (1914 – 1996) mit weiteren Unfall- und Lärmpräventionskampagnen beauftragt. Da sich die Fotomontagetechnik bewährt hat, arbeitet er fortan mit Fotografen zusammen: zuerst mit Ernst A. Heiniger, danach mit Serge Libiszweski, René Burri, Peter Huber und weiteren Absolventen der Zürcher Fotoklasse. Diese sind experimentierfreudig, was Müller-Brockmann fördert, da es ihn selbst inspiriert.