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Fotografie, Werbepaneel Bahnhof Zürich, Turmac, 1955
Atelier Müller-BrockmannSerge Libiszewski
Fotografie, Werbepaneel Bahnhof Zürich, Turmac
Atelier Müller-Brockmann, Serge Libiszewski,

Fotografie, Werbepaneel Bahnhof Zürich, Turmac,
1955

Atelier Müller-BrockmannSerge Libiszewski
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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Werbepaneel Bahnhof Zürich, Turmac Atelier Müller-Brockmann Serge Libiszewski Fotografie
  • Werbepaneel Bahnhof Zürich, Turmac Atelier Müller-Brockmann Serge Libiszewski Fotografie
  • Werbepaneel Bahnhof Zürich, Turmac Atelier Müller-Brockmann Serge Libiszewski Fotografie
  • Werbepaneel Bahnhof Zürich, Turmac Atelier Müller-Brockmann Serge Libiszewski Fotografie
  • Werbepaneel Bahnhof Zürich, Turmac Atelier Müller-Brockmann Serge Libiszewski Fotografie
  • Werbepaneel Bahnhof Zürich, Turmac Atelier Müller-Brockmann Serge Libiszewski Fotografie
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Obschon die schädliche Wirkung des Rauchens seit über 50 Jahren bekannt ist, bleibt das Tabakwerbeverbot im öffentlichen Raum schweizweit lückenhaft. Als Josef Müller-Brockmann (1914–1996) 1955 sein Werbeband für Turmac-Zigaretten am Hauptbahnhof Zürich montieren liess, wusste er hingegen von nichts. Doch wenig später las er davon und zog sofort die moralischen Konsequenzen.

Hoch über dem Gleiskopf des Hauptbahnhofs Zürich hing in den späten 1950er-Jahren die Turmac-Werbung des Atelier Müller-Brockmann. Junge Männer und Frauen mit Zigarette in der Hand strahlten die Passanten glücklich von oben herab an. Ein moderner Lebensstil mit passendem grafischem Auftritt hielt hier Einzug: Aufgeblasene Schwarzweiss-Fotos von Rauchenden in diverser Grösse waren zusammen mit dem mehrsprachigen Werbeslogan in roter Groteskschrift auf ein Band montiert, das – vom roten Turmac-Logo im Arabeskstil unterbrochen – wie ein amerikanischer Filmstreifen daherkam. Das lange Zeit den Männern vorbehaltene Rauchen galt seit der Lucky Strike-Kampagne in New York (1929), bei der sich zehn sozial angesehene Frauen eine «schlankmachende» Lucky-Zigarette anzündeten, auch für das weibliche Geschlecht als akzeptabel. Doch dauerte es in der Schweiz etwas länger, bis sich Frauen getrauten, in der Öffentlichkeit zu rauchen. Von der schädlichen Wirkung des Rauchens wusste man lange Zeit nichts. Als Müller-Brockmann Ende der 1950er-Jahre von der tödlichen Wirkung des Tabaks erfuhr, verzichtete er auf weitere Aufträge von Turmac. Er erstellte eine Liste von Produkten, für die er aus moralischen Gründen nicht (mehr) werben wollte. Dazu gehörten Tabak, Alkohol, Kriegsspielzeug, Waffen, Immobilienspekulation sowie Parteipolitik. Sein Glaube an die soziale Verantwortung des Grafikers, der informieren und nicht verführen will, haben ihn zudem darin bestärkt, sich von der rein kommerziellen Werbung abzuwenden. (Barbara Junod)

Dokumentarfotografie, Turmac, 1955
Fotografie: Atelier Müller-Brockmann, Zürich, CH / Serge Libiszewski
Auftrag: Turmac Turkish-Macedonian Tobacco Co., Zürich, CH
Material/Technik: Papierabzug, s/w-Fotografie
14.5 × 39.3 cm
Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Barbara Junod, «Kreation und Kommerz», in: Museum für Gestaltung Zürich (Hg.), 100 Jahre Schweizer Grafik, Zürich 2014, S. 228.

Hartmut Berghoff (Hg.), Marketinggeschichte. Die Genese einer modernen Sozialtechnik, Frankfurt am Main 2007, S. 49–51.

Kerry William Purcell, Josef Müller-Brockmann, London 2006, S. 122–127.

Josef Müller-Brockmann, Mein Leben: Spielerischer Ernst und ernsthaftes Spiel, Baden 1994, S. 37–38.

Legendeno

Dokumentarfotografie, Turmac, 1955, Fotografie: Atelier Müller-Brockmann, Zürich, CH / Serge Libiszewski
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Entwurf für Werbepaneel, De plus en plus Turmac Superfiltre, 1955, Gestaltung: Josef Müller-Brockmann, Fotografie: Serge Libiszewski, Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Filmnegativ (Entwurf für Werbepaneel), Turmac, 1955, Fotografie: Atelier Müller-Brockmann, Zürich, CH / Serge Libiszewski, Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Entwurf für Werbepaneel, Turmac, 1955, Gestaltung: Josef Müller-Brockmann, Fotografie: Serge Libiszewski, Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Entwurf für Werbepaneel, Turmac, 1955, Gestaltung: Josef Müller-Brockmann, Fotografie: Serge Libiszewski, Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Filmnegativ (Entwurf für Werbepaneel), Turmac, 1955, Fotografie: Atelier Müller-Brockmann, Zürich, CH / Serge Libiszewski, Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Werkaufnahme Werbepaneel Bahnhof Zürich, Turmac, 1955, Fotografie: Atelier Müller-Brockmann, Zürich, CH / Serge Libiszewski, Donation: Shizuko Yoshikawa (Archiv Josef Müller-Brockmann)
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Ausstellungstexto
Atelier Müller-Brockmann – Konsumwerbung

Bis etwa 1960 gestaltet das Atelier Müller-Brockmann nicht nur Werbemittel von Kulturinstitutionen und technischer Industrie, sondern auch für alltägliche Konsumgüter wie Turmac-Zigaretten, Babynahrung von Nestlé oder Süssgetränke von Volg. Dies geschieht im Glauben an die moralische Vertretbarkeit der beworbenen Produkte. Als Josef Müller-Brockmann jedoch von der gesundheitsschädigenden Wirkung des Tabakrauchens und des Babymilchpulvers in Entwicklungsländern erfährt, revidiert er seine Kundenliste.