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Plakat, Moderne französische Knüpfteppiche, 1964
Emil Ruder
Plakat, Moderne französische Knüpfteppiche
Emil Ruder,

Plakat, Moderne französische Knüpfteppiche,
1964

Emil Ruder
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Museum für Gestaltung Zürich
Ausstellungsstrasse 60
8031 Zürich
Museumsplan
Museum für Gestaltung Zürich
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 94
8031 Zürich
  • Moderne französische Knüpfteppiche Emil Ruder Plakat
  • Moderne französische Knüpfteppiche Emil Ruder Plakat
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Das Plakat von Emil Ruder (1914–1970) für eine Ausstellung im Gewerbemuseum Basel führt meisterhaft vor Augen, wie mit reduzierten gestalterischen Mitteln ein höchst dynamisches und sprechendes Bild erzeugt werden kann. Ruders typografische Lösungen gewinnen gerade durch die Einfachheit und Klarheit seiner Kompositionen ihre Zeitlosigkeit.

Als 1942 an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel die Leitungsstelle der Buchdruckabteilung neu besetzt wurde, entschied man sich für einen Typografen: eine für die damalige Zeit höchst innovative Idee. Emil Ruder erhielt die Stelle und bewies durch seine Lehrtätigkeit und die eigene Praxis, dass Schrift eine autonome Gestaltungskraft besitzt. Im Gegensatz zur strengen Typografie der Zürcher Schule war Ruder frei von schematischem Denken und liebte das Experiment. Durch die Konzentration auf eine Farbe und den Verzicht auf jegliche Illustration wirkt sein Ausstellungsplakat harmonisch, gleichzeitig verleiht ihm das gewagte Spiel mit der Typografie eine ungewohnte Spannung. Genau unterhalb der Mittellinie steht der klar zu lesende Ausstellungstitel in der für die damalige Zeit typischen Kleinschreibung und schlägt rechtsbündig an. In derselben serifenlosen Schrift, jedoch in kleinerer Schriftgrösse finden sich die Informationen zur Ausstellung unten im Plakat und nehmen die linke Satzkante des Ausstellungstitels auf. Im oberen Plakatteil verschränken sich die Buchstaben in- und übereinander und imitieren damit das Handwerk des Knüpfens. Bei genauerer Betrachtung erkennt man jedoch die minuziös durchdachte Anlage. Als Basis kehrt der gleiche Textblock wie unten wieder. Dieser wird, linksbündig anschlagend, wiederholt. Ein drittes Mal schliesslich überlagert der Titel die beiden anderen Textblöcke auf dem Kopf stehend. Ruders Schriftbild erzählt auf diese Weise präzise vom Ausstellungsinhalt. (Bettina Richter)

Plakat, Moderne französische Knüpfteppiche, 1964
Erscheinungsland: Schweiz
Gestaltung: Emil Ruder
Auftrag: Kunsthalle Basel, CH
Material/Technik: Buchdruck
127 x 90 cm
Eigentum: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK
Literaturo

Dorothea Hofmann, Die Geburt eines Stils, Zürich 2016.

Biografieo
Emil Ruder
Emil Ruder
*1914 in Zürich
†1970 in Basel

Emil Ruder absolvierte eine Berufslehre als Schriftsetzer. 1938/39 verbrachte er einen Studienaufenthalt in Paris. Als Tagesschüler besuchte er 1941/42 an der Kunstgewerbeschule Zürich die Klassen für Schriftsatz und Buchdruck bei Alfred Willimann und Walter Käch. 1942 wurde Ruder selbst zum Lehrer an der Allgemeinen Gewerbeschule (AGS) Basel ernannt, 1947 zum Vorsteher der Abteilung kunstgewerbliche Lehrlinge berufen. Er initiierte in dieser Zeit die Tagesfachklassen für Buchdruck und für die Weiterbildung typografische Gestaltung. In den folgenden Jahren nahm Ruder führende Positionen beim Schweizerischen Werkbund (SWB) ein. 1956 war er in der Jury Die gute Form an der Mustermesse Basel vertreten, ab 1961 Mitglied der Eidgenössischen Kommission für angewandte Kunst. 1959 amtete Ruder als Schweizer Landesvertreter der Association Typographique Internationale (ATypI), drei Jahre später war er Mitbegründer des International Centre for the Typographic Arts (ICTA) in New York. Ruder war 1961 zudem als künstlerischer Berater der PTT-Wertzeichenabteilung tätig. 1965 wurde er zum Direktor der Allgemeinen Gewerbeschule und des Gewerbemuseums Basel gewählt, diese Positionen bekleidete er beide bis zu seinem Tod. Gemeinsam mit Armin Hofmann initiierte Ruder 1968 die Weiterbildungsklasse für Grafik an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel. Aus seiner Kenntnis der typografischen Avantgarde der Vorkriegszeit und der seither weiter fortgeschrittenen Satz- und Drucktechnik entwickelte Ruder ein umfassendes und zusammenhängendes Vokabular der modernen Typografie, mit dem er massgeblich zum weltweiten Ruf der Schweizer Typografie beitrug. 1967 fasste er sein Wissen in der Publikation Typographie. Ein Gestaltungslehrbuch zusammen. Durch die fruchtbare Verbindung von Theorie und Praxis gilt Ruder als einer der einflussreichsten Vermittler von Typografie im 20. Jahrhundert. (Andrea Eschbach)

Quelle:

Schmid, Helmut (Hg.), Emil Ruder. Fundamentals, Tokio 2013.

Porträt Emil Ruder
Abbildung: idea-mag.com / Fotografie: unbekannt

Legendeno

Plakat, Moderne französische Knüpfteppiche, 1964, Schweiz, Gestaltung: Emil Ruder
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Plakat, 10 Zürcher Maler – Kunsthalle Basel, 1957, Schweiz, Gestaltung: Emil Ruder
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK

Werbekarte, Eurax-Hydrocortisone Geigy, um 1962, Gestaltung: Fridolin Müller, Donation: Brian Stones
Abbildung: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK